Politik Archiv | Content Marketing Beratung München | COCO https://coco-consulting.de/tag/politik/ COCO ist das Marketing-Beratungsunternehmen von Martin Bauer & Friends. Er unterstützt deutsche und internationale Marken und Unternehmen jeder Größe. Mon, 29 Apr 2024 12:54:58 +0000 de hourly 1 https://coco-consulting.de/wp-content/uploads/2023/03/cropped-coco-content-marketing-agentur-favicon-32x32.png Politik Archiv | Content Marketing Beratung München | COCO https://coco-consulting.de/tag/politik/ 32 32 YMYL und E-A-T: SEO für die Gesundheits- und Finanzbranche https://coco-consulting.de/ymyl-und-e-a-t-seo-fuer-die-gesundheits-und-finanzbranche/ Mon, 29 Apr 2024 12:53:17 +0000 https://www.coco-content-marketing.de/?p=26266 Google hat das Ziel den Nutzern gute Ergebnisse zu liefern. Das ist besonders wichtig bei Fragen des Vermögens, der Gesundheit oder der Gesellschaft. Wie funktioniert das und was ist bei diesen Themen zu beachten? Was ist YMYL? YMYL, kurz für „Your Money or Your Life“ (Dein Geld oder dein Leben), ist ein Konzept von Google, […]

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Google hat das Ziel den Nutzern gute Ergebnisse zu liefern. Das ist besonders wichtig bei Fragen des Vermögens, der Gesundheit oder der Gesellschaft. Wie funktioniert das und was ist bei diesen Themen zu beachten?

Was ist YMYL?

YMYL, kurz für „Your Money or Your Life“ (Dein Geld oder dein Leben), ist ein Konzept von Google, das sich auf Webseiten und deren Inhalte bezieht, die die Sicherheit, Gesundheit und finanzielle Stabilität von Menschen sowie das Wohl der Gesellschaft beeinflussen können. Dieses Konzept ist von entscheidender Bedeutung, da es die potenziellen Auswirkungen von Inhalten auf die Nutzer:innen berücksichtigt. Dabei werden Inhalte auf Webseiten, die als YMYL eingestuft werden, darauf überprüft, ob sie einen Schaden verursachen können. Dies betrifft insbesondere Informationen zu sensiblen Themen wie Finanzen, Gesundheit, Sicherheit und gesellschaftliche Belange. Beispiele für solche Inhalte sind Nachrichtenartikel, Finanzberatung, Gesundheitsinformationen und Bildungsinhalte. Google hat klare Richtlinien für die Bewertung von YMYL-Inhalten festgelegt, um sicherzustellen, dass die Nutzer:innen qualitativ hochwertige und vertrauenswürdige Informationen erhalten. Dabei wird berücksichtigt, ob die Inhalte Personen direkt oder indirekt schädigen oder beeinflussen können und welche Art von Schaden möglicherweise entstehen könnte, sei es finanziell, gesundheitlich oder gesellschaftlich. Insgesamt zielt das Konzept von YMYL darauf ab, die Qualität und Sicherheit von Inhalten im digitalen Raum zu verbessern und den Nutzer:innen einen verlässlichen Informationsquell zu bieten.

Was ist E-A-T?

E-A-T, oder Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (Trustworthiness), ist ein zentraler Qualitätsfaktor für Webseiten, insbesondere für solche, die als YMYL-Seiten eingestuft werden . Diese Abkürzung steht für die grundlegenden Kriterien, nach denen Google die Qualität von Webseiten bewertet.

Expertise: Expertise bezieht sich auf die Fähigkeiten und das Wissen des Autors oder der Autorin des Hauptinhalts einer Seite. Ist die Person ein Experte oder eine Expertin auf dem behandelten Thema? Sind entsprechende Referenzen oder Qualifikationen vorhanden, die dies belegen können? Google berücksichtigt hier auch Alltagsexpertise, was bedeutet, dass Personen mit einschlägiger Lebenserfahrung in bestimmten Themenbereichen ebenfalls als Experten betrachtet werden können.


Autorität: Autorität bezieht sich auf die allgemeine Anerkennung und Reputation des Autors oder der Autorin, des Contents selbst und der Website, auf der er erscheint. Eine autoritative Quelle wird als führend in ihrer Branche angesehen und als zuverlässige Informationsquelle akzeptiert.


Vertrauenswürdigkeit: Vertrauenswürdigkeit bezieht sich darauf, ob der Autor, der Inhalt und die Website als glaubwürdig und zuverlässig betrachtet werden können. Vertrauenswürdige Quellen liefern wahrheitsgemäße und korrekte Informationen, auf die sich die Nutzer verlassen können.


Für YMYL-Seiten ist ein hohes Maß an E-A-T von entscheidender Bedeutung, da fehlerhafte oder irreführende Informationen schwerwiegende Folgen für die Nutzer haben können. Daher ist es für Webseitenbetreiber:innen wichtig, durch hochwertigen Content, fundierte Quellenangaben und eine klare Kommunikation Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit zu demonstrieren, um das Ranking ihrer Seiten in den Suchergebnissen zu verbessern. Woher weiß aber Google, ob die Seite Expertise hat und vertrauenswürdig ist? Hier kommen die Ergebnisse der Search Quality Raters ins Spiel.

Was sind Search Quality Raters?

Quality Rater sind Personen, die von Google beauftragt werden, die Qualität von Websites anhand bestimmter Kriterien zu bewerten. Diese externen Mitarbeiter spielen eine wichtige Rolle bei der kontinuierlichen Verbesserung des Suchalgorithmus von Google. Sie erhalten Anweisungen in Form der Quality Rater Guidelines, die ihnen zeigen, worauf sie bei der Bewertung achten sollen. Dabei bewerten sie, wie gut eine Website zu einem bestimmten Suchbegriff passt und ob sie den Nutzern relevante und hochwertige Inhalte bietet.

Die Quality Rater achten insbesondere auf zwei wichtige Kriterien: die Page Quality und E-A-T. Die Page Quality bezieht sich darauf, ob die URL einer Seite ihren Zweck in Bezug auf das Keyword erfüllt. Dabei geht es nicht nur um die Seriosität der Seite, sondern vor allem darum, ob sie die Suchintention der Nutzer erfüllt. Zum Beispiel sollte eine Seite, die nach „Schrank zimmern Anleitung“ sucht, eine leicht verständliche und detaillierte Anleitung bieten. Die E-A-T-Kriterien (Expertise, Autorität, Vertrauenswürdigkeit) beurteilen, ob eine Website genügend Fachkenntnis, Autorität und Vertrauenswürdigkeit vermittelt. Dazu werden nicht nur die Inhalte der einzelnen Seiten betrachtet, sondern auch das gesamte Umfeld der Website.

Die Ergebnisse der Quality Rater fließen laut Google nicht direkt in das Google-Ranking ein, sondern werden an die Entwickler und Ingenieure weitergeleitet, die den Suchalgorithmus verbessern. Sie versuchen, Gemeinsamkeiten bei hochwertigen Websites zu erkennen und diese in den Algorithmus zu integrieren. Auf diese Weise tragen die Quality Rater indirekt dazu bei, dass die Suchergebnisse für die Nutzer relevanter und qualitativ hochwertiger werden.

Tipps für YMYL-Content

Bei der Erstellung von YMYL-Content ist es entscheidend, qualitativ hochwertige und vertrauenswürdige Inhalte zu liefern, die die Erwartungen der Nutzer erfüllen. Hier sind einige Tipps, um sicherzustellen, dass deine YMYL-Seiten diesen Anforderungen gerecht werden:

Expertise sicherstellen: Es ist wichtig, dass du oder der Autor ein Experte für das Thema bist. Die Leser müssen den Informationen vertrauen können, daher ist fundiertes Fachwissen unerlässlich. Wenn möglich, sollten YMYL-Seiten von Experten erstellt oder zumindest von Experten unterstützt werden.


Referenzen und Quellen angeben: Um die Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit der Informationen zu gewährleisten, sollten Referenzen und Quellen angegeben werden. Dadurch können Leser die Informationen überprüfen und sehen, dass sie korrekt sind. Zudem stärkt dies das Vertrauen zwischen Autor und Leser.


Korrektheit der Informationen sicherstellen: Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Informationen auf YMYL-Seiten zu 100 % korrekt sind. Ungenaue oder falsche Informationen können schwerwiegende Folgen für die Leser haben. Daher sollte eine gründliche Recherche und Überprüfung der Fakten erfolgen.

Diese Tipps sind nicht nur wichtig für die Qualität der Inhalte, sondern auch für die Suchmaschinenoptimierung. Durch das E-A-T-Update von Google ist es noch wichtiger geworden, dass YMYL-Seiten höchste Qualitätsstandards erfüllen, um gut zu ranken. Indem du sicherstellst, dass deine YMYL-Seiten Expertise, Autorität, Vertrauenswürdigkeit und korrekte Informationen bieten, kannst du nicht nur das Vertrauen deiner Leser gewinnen, sondern auch deine Sichtbarkeit in den Suchergebnissen verbessern.

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Vertrauen – Sprüche zum Nachdenken über die Anwendung in der Unternehmenskommunikation https://coco-consulting.de/vertrauen-sprueche-zum-nachdenken/ Wed, 14 Sep 2022 08:56:47 +0000 https://www.coco-content-marketing.de/?p=17902 Es gibt unendlich viele Sprüche zum Thema Vertrauen. Ein paar dieser Sprüche möchte ich herauspicken und darüber nachdenken, wie sie sich in der Unternehmenskommunikation anwenden lassen. „Es ist gleich falsch, Allen oder Keinem zu trauen.“ Seneca „Sei höflich zu allen, aber freundschaftlich mit wenigen; und diese wenigen sollen sich bewähren, ehe du ihnen Vertrauen schenkst.“ […]

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Es gibt unendlich viele Sprüche zum Thema Vertrauen. Ein paar dieser Sprüche möchte ich herauspicken und darüber nachdenken, wie sie sich in der Unternehmenskommunikation anwenden lassen.

„Es ist gleich falsch, Allen oder Keinem zu trauen.“ Seneca

„Sei höflich zu allen, aber freundschaftlich mit wenigen; und diese wenigen sollen sich bewähren, ehe du ihnen Vertrauen schenkst.“ George Washington

„Wer andern gar zu wenig traut, hat Angst an allen Ecken; wer gar zu viel auf andre baut, erwacht mit Schrecken.“ Wilhelm Busch

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Lenin

„Lieber Geld verlieren als Vertrauen.“ Robert Bosch

Wie wir sehen können, haben sich höchst unterschiedliche Persönlichkeiten zum Thema Vertrauen geäußert. Sie sind hier in etwa der Reihenfolge aufgeführt, in der sie wahrscheinlich entstanden sind.

„Es ist gleich falsch, Allen oder Keinem zu trauen.“ Seneca

Der römische Philosoph und Schriftsteller, der um den Beginn unserer Zeitrechnung herum gelebt hat, spricht hier eine Situation an, mit der wir im Internet immer wieder konfrontiert werden. Anders als früher, haben wir heute Zugang zu nahezu jedem Anbieter. Dass wir hier nicht jedem vertrauen können und wollen, ist naheliegend. Den meisten zwar sicherlich schon, aber ein paar schwarze Schafe sind nun mal nicht auszuschließen.

Und da wir in den meisten Fällen noch keinen persönlichen Kontakt zu den Unternehmen haben, sind wir auf die Informationen angewiesen, die uns die Unternehmenskommunikation über die Website zur Verfügung stellt. Und als SEO Agentur sind wir davon abhängig, welche Links uns Google präsentiert. Dass der User hier extrem wählerisch ist, zeigt die häufig sehr kurze Verweildauer auf Websites. Es geht also nicht nur darum, Vertrauen zu kommunizieren. Es muss auch noch sehr schnell gelingen. Nur dann haben wir als Unternehmen die Chance zu denjenigen zu gehören, denen vertraut wird und zu denen dann Kontakt aufgenommen wird.

„Sei höflich zu allen, aber freundschaftlich mit wenigen; und diese wenigen sollen sich bewähren, ehe du ihnen Vertrauen schenkst.“ George Washington

George Washington war ab 1789 der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit dem Wort „bewähren“ spricht er die überragende Bedeutung der Resultate für die Kommunikation von Vertrauen an. Dass, was man als Unternehmen bereits geleistet hat, zu kommunizieren, ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass einem vom Neukunden Vertrauen geschenkt wird.

Zeige also deine Resultate und beschreibe, wie du die Verantwortung für deine Leistungen übernimmst. Kundenstatements und Beschreibungen von Cases sind hier das beste Mittel. Und wenn der Kunde dann Kontakt aufnimmt, sollte er natürlich auf eine kundenorientierte Haltung in Kombination mit einem freundlichen Mitarbeiter stoßen.

„Wer andern gar zu wenig traut, hat Angst an allen Ecken; wer gar zu viel auf andre baut, erwacht mit Schrecken.“ Wilhelm Busch

Der Erschaffer von Max und Moritz wurde 1832 geboren. Er weist hier in die Zukunft und skizziert, dass zu viel Vertrauen dazu führen kann, dass man „mit Schrecken erwacht“. Um dem zu begegnen, ist eine positive Zukunftserwartung und Beständigkeit notwendig. Und diese auch zu kommunizieren.

Wenn sich Ansprechpartner im Unternehmen ständig ändern, die Leistungspalette immer wieder anders ist oder das Erscheinungsbild regelmäßig neu ist, erzeugt dies Misstrauen. Zurecht, denn der Anbieter bietet die Leistung, die ich von ihm möchte, vielleicht morgen nicht mehr an. Zu zeigen, dass man als Unternehmen bei aller Innovativität einen klaren Fokus hat und an diesem festhält, kann diese Ängste reduzieren.

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Lenin

Der Kommunist und Begründer der Sowjetunion hat den wahrscheinlich bekanntesten Spruch zum Vertrauen geprägt. Was kann er uns für die Unternehmenskommunikation mitgeben?

Ich denke, es ist hier wichtig, zu sehen, dass Entscheidungen in Unternehmen sehr häufig in einem längeren Prozess und mit mehreren beteiligten Mitarbeitern erfolgen. Der Abteilungsleiter überprüft die Vorselektion an Anbietern seiner Mitarbeiter. Er kontrolliert, ob die ausgewählten Unternehmen aus seiner Sicht geeignet sind. Im späteren Schritt kommt noch die Einkaufsabteilung dazu, die ihre eigenen Kriterien ansetzt.

Für diese Kontrollinstanzen sollte die Unternehmenskommunikation alle wichtigen Informationen auf der Website bereit halten. Wer steckt eigentlich hinter der Firma? Wie ist das Management zusammengesetzt? Passen die Werte zu den Werten der Kunden? Welche spezifischen Erfahrungen sind vorhanden? usw.

„Lieber Geld verlieren als Vertrauen.“ Robert Bosch

Der geniale Ingenieur und Begründer der Robert Bosch GmbH lebte von 1861 bis 1942. Er zeigt mit diesem Spruch nochmal die überragende Bedeutung des Wertes Vertrauen für Unternehmen. Wenn schon ein schwäbisches Unternehmen lieber Geld verliert als Vertrauen, sagt das etwas aus. Und wir können sicher sein, dass Robert Bosch nicht gerne Geld verloren hat. Ihm war aber klar, dass Vertrauensverlust mittel- und langfristig viel mehr kostet als kurzfristige Ausgaben.

Zeige also, was du tust, um Vertrauen zu rechtfertigen. Sei transparent. Und denke gut darüber nach, wo es sich lohnt zu investieren, um die optimale Kommunikation deiner Vertrauenswürdigkeit sicher zu stellen.

Fazit: Es lohnt sich über Sprüche zum Vertrauen nachzudenken

Fünf Zitate zu Vertrauen aus unterschiedlichen Zeiten und von höchst unterschiedlichen Persönlichkeiten. Sie alle zeigen die überragende Bedeutung von Vertrauen, gerade auch in der Unternehmenskommunikation.

Wenn du sicherstellen möchtest, dass du bei der Content Erstellung das Optimum an Vertrauenswürdigkeit kommunizierst, beraten wir dich gerne.

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Onlinestudie: Nur fünf der DAX 40-Unternehmen gendern konsequent https://coco-consulting.de/onlinestudie-nur-fuenf-der-dax40-konzerne-gendern-konsequent/ Tue, 28 Sep 2021 10:53:40 +0000 https://www.coco-content-marketing.de/?p=8846 Deutschland ist eines der wenigen Länder der Welt, dass neben den biologischen Geschlechtern Mann und Frau auch noch das sogenannten “Dritte Geschlecht” anerkennt. Im Personalausweis steht dann nicht etwa m oder w, sondern ein x. Dies macht auch zweifelsohne Sinn, da es zweifelsohne Menschen gibt, deren biologisches Geschlecht sich nicht in männlich oder weiblich einordnen […]

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Deutschland ist eines der wenigen Länder der Welt, dass neben den biologischen Geschlechtern Mann und Frau auch noch das sogenannten “Dritte Geschlecht” anerkennt.

Im Personalausweis steht dann nicht etwa m oder w, sondern ein x. Dies macht auch zweifelsohne Sinn, da es zweifelsohne Menschen gibt, deren biologisches Geschlecht sich nicht in männlich oder weiblich einordnen lässt, z.B intersexuelle Menschen. Bei Intersexuellen bildet sich keines der beiden Geschlechtsmerkmale aus. Meistens ordnen sich diese Menschen jedoch einem jeweiligen Geschlecht mehr zu. Dieses Phänomen der Intersexualität kommt nur bei etwa jeder 5000. Geburt vor. 

Das biologische und das soziale Geschlecht

Nun unterscheidet man aber auch zwischen dem biologischen Geschlecht, dem Sex und dem sozialen Geschlecht, Gender, also das, in dem man sich als sich selbst, unabhängig von seinen biologischen Geschlechtsmerkmalen, sieht. Üblich und anerkannt sind hier, neben maskulin und feminin, weiter 58: z.B Genderqueer, Gender variabel, Nicht-binär, Transgender, Pangender, XY-Frau, Butch, Femme, Drag, Transvestit, Cross-Gender und noch viele weitere. Als klar definierter Mann oder Frau kann man hier nur staunen, verurteilen oder den Kopf schütteln aber nicht. 

Nun stellt sich jedoch die Frage: Sollen wir all dieses Geschlechter in unsere Sprache mit einbeziehen und wenn ja, wie? Diese Frage lässt sogar führende Politiker verzweifeln. Wir bei COCO werden als Content Marketing Agentur oft mit dieser Frage konfrontiert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten bei Texten oder Erwähnungen, alle Geschlechter mit einzubeziehen:

Stets 60 Gender aufzuzählen, ist weder für den Redner noch für den Zuhörer zumutbar. Allen war klar: Dafür braucht es eine andere Sprachregelung. Und damit ging das Chaos los. Es gibt zum einen die Möglichkeit, beispielsweise im Zug, die Menschen mit Fahrerinnen und Fahrer anzusprechen. Geschrieben wird dann etwa Fahrer(-innen), Fahrer/-innen oder FahrerInnen. Jetzt mit den 60 Geschlechtern schreibt man Fahrer_innen, denn die Lücke über dem Unterstrich symbolisiert den Platz, den die 58 weiteren Gender einnehmen. Mittlerweile schreibt man allerdings oft Fahrer*innen. Der * steht für das Gleiche wie _. Die einfachste und anschaulichste Methode ist aber wahrscheinlich die Verallgemeinerung der verschiedenen Bezeichnungen. Aus Fahrer*innen wird beispielsweise Fahrende oder aus den Studenten wird beispielsweise Studierende.

Nun stellte sich uns die Frage, wie handhaben eigentlich die wichtigsten Konzerne aus dem DAX 40 diese Herausforderung? Wird hier die gleiche Strategie, welche auch auf Social Media zu finden ist, verfolgt? Unsere erstaunlichen Funde und Informationen erwarten dich in der folgenden Studie:

Inhaltsverzeichnis

Zentrale Ergebnisse: Das Wichtigste aufgelistet

Ergebnisse im Detail: Resultate in ausgeschriebener Form

Auffälligkeiten: Tops und Flops

Unternehmen im einzelnen:

Adidas: Kleidungs- und Sportartikelhersteller

Allianz: Versicherungspartner

Airbus: Fluganbieter

BASF: Chemiekonzern

Bayer: Pharma- und Chemiekonzern

BMW: Automobilhersteller

Brenntag: Distribution von Chemikalien und Inhaltsstoffen

Continental: Automobilzulieferer

Covestro: Werkstoffhersteller

Daimler: Automobilhersteller

Delivery Hero: Online-Bestellplattform für Essen

Deutsche Bank: Kreditinstitut

Deutsche Börse: Aktiengesellschaft

Deutsche Post: Logistik- und Postunternehmen

Deutsche Telekom: Telekounikationsunternehmen

Deutsche Wohnen: Wohnungsgesellschaft

E.ON: Energiekonzern

Fresenius: Medizintechnik- und Gesundheitskonzern

Fresenius Medical Care: Anbieter von Dialyseprodukten

HeidelbergCement: Baustoffkonzern

Hello Fresh: Bietet „Kochboxen“ an

Henkel Vz.: Hersteller von Konsumgütern

Infineon: Halbleiterhersteller

Linde: Industriekonzern

Merck: Chemie- und Pharmakonzern

MTU Aero Engines: Hersteller für Flugzeugtriebwerke

Munich RE: Rückversicherungsgesellschaft

Porsche SE: Beteiligungsgesellschaft bei der Börse für Porsche

Puma: Hersteller von Sportartikeln

QIAGEN: Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien

RWE: Energieversorgungskonzern

SAP: Softwarekonzern

Sartorius: Pharma- und Laborzulieferer

Siemens: Mischkonzern mit Schwerpunkt auf Automatisierung und Digitalisierung

Siemens Energy: Elektro- und Energietechnikkonzern

Siemens Healtheeniers: Muttergesellschaft die Medizintechnische Aktivitäten zusammenfasst

Symrise: Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen

Volkswagen (VW) Vz.: Automobilhersteller

Vonovia: Immobilienkonzern

Zalando: Online-Versandhändler

Zentrale Ergebnisse

  • 95% der DAX-Unternehmen gendern mit (m/w/d) in den Jobtiteln ihrer Stellenanzeigen (38 von 40)
  • 17,5% verwenden eine genderneutrale Rechtschreibung bei der Bezeichnung der Jobs (7 von 40)
  • 57,5% gendern generell in Website-Texten (24 von 40)
  • Nur 5 der 40 DAX-Unternehmen gendern umfassend. (BASF, Delivery Hero, Deutsche Bank, Deutsche Post, Linde)
  • Die MunichRE gendert konsequent nicht.

Ergebnisse im Detail

Nach Auswertung unserer Online-Studie geht eindeutig hervor, dass die klare Mehrheit der untersuchten DAX40-Konzerne zumindest auf die korrekte (m/w/d)-Form in den Jobtiteln ihrer Stellenanzeigen achten. Mit 95% sind das dennoch nicht alle der 40 Unternehmen. Obwohl das deutsche Gesetz besagt, dass ab dem 1. Januar 2019 alle Jobanzeigen genderneutral formuliert sein müssen, gibt es 2021 immer noch Firmen in unserer Liste, die ihre Stellenangebote noch nicht angepasst haben. Sie verstoßen somit gegen §1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Dieses besagt, dass kein*e Bewerber*in aufgrund seines Geschlechts benachteiligt werden darf. Insgesamt gibt es also mit der MunichRE und Puma zwei Firmen, die gegen dieses Gesetz verstoßen.

Nur ein Bruchteil der Firmen aus dem DAX gendern umfassend bei ihren Stellenanzeigen. Um genau zu sein nur 17,5% aller DAX-Konzerne verwenden eine genderneutrale Rechtschreibung konsequent. Und das sind eindeutig zu wenige.

57,5% verwenden zusätzlich noch eine genderkonforme Rechtschreibung auf der Webseite, bei Fließtexten oder auf der gesamten Homepage.

Wenn man sich nun einmal die einzelnen Firmen ansieht, erkennt man schnell, dass auch hier Unterschiede in der Beurteilung gemacht werden müssen. Zwar benutzen die Mehrheit der Firmen, die die (m/w/d)-Form verwenden, auch genderneutrale Bezeichnungen bei ihrer Website. Trotzdem sieht man bei rund 34%, dass sie sich nur um die gesetzlich vorgeschriebene Form gekümmert haben. Dies legt die Schlussfolgerung nah, dass hier nur gegendert wird, um eine drohende Geldstrafe auszuschließen.

Es gibt natürlich auch Ausnahmen, bei denen zwar nicht die korrekte Form angewandt ist, dafür aber die Website oder die Stellenanzeigen gegendert sind. Genauso gibt es Firmen, bei denen die Stellenanzeigen zwar gegendert werden, dafür aber die Fließtexte oder (m/w/d)-Form vernachlässigt wird.

Wenn man die einzelnen Rubriken zusammenfasst, gibt es nur 5 Unternehmen (BASF, Delivery Hero, Deutsche Bank, Deutsche Post, Linde), die gemäß dieser Online-Studie konsequent gendern. Diese Unternehmen benutzen die genderneutrale Rechtschreibung sowohl mit der Nutzung der (m/w/d)-Form als auch in den Jobbeschreibungen als auch in den Fließtexten der Webseite.

Auffälligkeiten

Eine nennenswerte Handhabung ist bei Merck zu finden. Merck hat zwar ihre Stellenangebote nicht genderneutral ausgeschrieben, hat dafür aber hinter jedem Jobangebot die Ergänzung:“(all genders)“. Dies ist definitiv die Variante mit der umfassendsten Inklusion und ist auch bei keinem anderen Unternehmen zu finden.

Ebenso erwähnenswert ist die Deutsche Telekom, die am Ende jeder Webseite einen kleinen Textblock eingefügt hat, der besagt, dass die Telekom grundsätzlich alle Geschlechter anspricht und daher gerade dabei ist, ihre Texte zu überarbeiten. Wir müssen natürlich das bewerten, was uns gerade vorliegt, weshalb die Telekom nur zwei Punkte erzielte.

Insgesamt gibt es nur einen Konzern, der keine Art des Genderns anwendet. Dies ist die Münchner Rückversicherungsgesellschaft.

Adidas

Den Start unserer Onlinestudie macht Adidas. Die berühmte Marke mit den drei Streifen, mit Hauptsitz in Herzogenaurach, preist zwar Vielfallt und Inklusion hoch an, kann dieses Versprechen jedoch nicht ganz halten. Wenn man nur einmal den Beitrag zu Diversity liest, erkennt man sehr schnell Worte wie Mitarbeiter, Kollegen, Verkäufer usw. die mit minimalem Aufwand in z.B. Mitarbeitende umgewandelt hätten werden können. Auch bei den Stellenanzeigen wurde keine Wortumwandlung verwendet. Es sind jedoch auch viele Begrifflichkeiten auf Englisch und somit neutral formuliert. Bei den Stellenanzeigen wurde die Kennzeichnung (m/w/d) verwendet.

Allianz

Machen wir weiter mit einem der größten Versicherungskonzerne der Welt. Die Allianz ist in den Bereichen Gendern und vor allem der Wortumwandlung sehr Innovativ und einer der Vorreiter. Auf ihrer Webseite und in den Fließtexten sprechen sie mit Wortumwandlungen, wie z.B. Schüler:innen oder Studierende, alle Geschlechter an. Leider haben sie diese vorbildliche Verhalten nicht konsequent durch gezogen. Bei den Stellenanzeigen und Ausschreibungen kann man zwar die (m/w/d)-Form entdecken, jedoch werden Worte wie „Werkstudent“ nicht weiter durch gegendert.

Airbus

Der weltweit größte Flugzeughersteller benutzt eine recht schlaue Art des Genderns. Da die komplette Airbus-Seite auf Englisch gehalten ist und es im Englischen nur die neutrale Form gibt, waren wir gezwungen Airbus hierbei ein Ja auf die Frage des Genderns auf der Webseite zugeben. Auch bei den Stelleanzeigen wurden hauptsächlich englische Begrifflichkeiten sowie die (m/w/d)-Form verwendet. Jedoch gibt es auch deutsche Jobanzeigen und bei diesen wurde NICHT auf die genderkonforme Rechtschreibung geachtet. Keine Punkte von unserer Seite.

BASF

Der börsenorientierte Chemiekonzern BASF SE, mit Sitz in Ludwigshafen ist der erste Kandidat, unserer Studie, der in allen drei Kategorien die volle Punktzahl erhält. Bei dem 110.000 Mitarbeiter Betrieb wird Diversity und Gleichberechtigung groß geschrieben. Schon bei einem Blick auf die BASF-Homepage stechen Wortumwandlungen wie z.B. Studierende oder Berufseinsteiger:innen ins Auge. Auch wenn man die ausgeschriebenen Stellenanzeigen betrachtet, erkennt man sofort die konsequente Weiterführung von Genderkonformen Bezeichnungen sowie der Einheitsform (m/w/d). Volle Punktzahl in jedem Themenbereich!

Bayer

Bei dem Pharma-und Chemiebetrieb aus Leverkusen wird das Thema Gendern leider nicht so konsequent verfolgt wie es eigentlich notwendig ist. Obwohl man vereinzelt Wortumwandlungen erkennen kann, wurde die Genderkonforme-Rechtschreibweise im nächsten Blogbeitrag wieder komplett vergessen. Diese Unregelmäßigkeiten führen dazu, dass wir weder für die Schreibweise auf der Webseite noch für die der Stellenanzeigen, Punkte vergeben können. Nur die gesetzlich vorgeschriebene Variante (m/w/d) wurde hierbei verwendet. Das gibt den Eindruck, es würde nur Gegendert werden weil es verpflichtend ist, nicht aber weil es der Firma am Herzen liegt. Einen Punkt in der Gesamtwertung.

BMW

Die bayrischen Motorenwerke haben, zu unserer Überraschung, bei diesem Thema nicht so gut abgeliefert. Obwohl es einen extra Reiter für Diversity gibt, in dem dann auch Wörter wie z.B. Mitarbeiter in Mitarbeiter:innen umgewandelt werden, wird dieses Konzept leider nicht genauso konsequent auf der Webseite durchgezogen. Hier werden die ganz üblichen Begrifflichkeiten verwendet, die nun aber nur einen gewissen Teil von Menschen mit einbeziehen. Die anderen werden „wörtlich“ ausgeschlossen. Bei den Stellenanzeigen sieht es nicht anders aus. Obwohl es kein großer Aufwand ist, die Anzeigen entsprechen anzupassen wird dennoch nur die (m/w/d) bzw. in diesem Falle die (m/w/x) Form verwendet. Das führt leider zu nur einem Punkt für den Bayer.

Brenntag

Die Dachgesellschaft der Brenntag Gruppe, welche für die Distribution von Chemikalien verantwortlich ist, hat nur in einer Kategorie Punkte erzielen können. Die vorgeschriebene Form (m/w/d) ist bei den Stellenanzeigen gegeben. Jedoch findet man weder Wortumwandlungen auf der Webseite noch bei den Stellenanzeigen. Nicht einmal der Fließtext des Reiters „Explore Variety“ ist korrekt und konform gegendert. Wir können hier leider nur einen von drei Punkten vergeben.

Continental

Bei dem nächstem Kandidaten unserer Liste handelt es sich um den Automobilzulieferer aus Hannover, Continetal. Die Erwartungshaltung hier war sehr groß, da man schon beim ersten Blick auf die Webseite eine paar kurze Blogbeiträge erkennen kann, in denen Genderkonforme Rechtschreibung zu finden ist. Wirft man aber einen genaueren Blick auf weiter Beiträge, bemerkt man schnell das dieses Konzept leider nicht kontinuierlich weiter geführt wurde. Auch wenn man bei ein wenigen Blogs Wortbildungen wie Mitarbeiter:innen entdeckt, sind diese bei anderen Artikeln oder Fließtexten nicht zu finden. Aufgrund dieser Inkonsequenz konnten wir nur in der Kategorie „Gesetzlich vorgegebenes Gendern“ (gemeint hiermit ist die Verwendung von der (m/w/d)-Form) Punkte vergeben.

Covestro

Der Werkstoffhersteller mit Sitz in Leverkusen steht im Vergleich zu den bisherigen Firmen recht gut da. Auf der gesamten Webseite und in allen Fließtexten ist die Rede von Mitarbeiter*innen oder Schüler*innen. Auch gewissen Wortbildungen, wie etwa „Studierende“ sind zu finden. Leider ist dieses Konzept bei den Jobanzeigen noch nicht ganz durch gedrungen. Hier findet man nur die gesetzlich vorgeschriebene Form (m/w/d). Mit kleinstem Aufwand wäre es möglich durch verschiedene Wortbildungen die Stellenanzeigen so anzupassen, dass sich alle Menschen mit einbezogen fühlen. Im Großen und Ganzem solide zwei erzielte Punkte von möglichen drei.

Daimler

Die Dachgesellschaft des Stuttgarter Automobil-Giganten zwar unter dem Reiter „Diversity und Inclusion“ einige Texte in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genannt werden, durch diese Schreibweise jedoch nicht die restlichen 58 Gender angesprochen werden. Diese Ansprache ist aber leider eine der wenigen, die auf der Homepage von Daimler zu finden ist, die nicht nur ein Geschlecht anspricht. Auf dem Großteil der Webseite und auch bei herausstechenden Infographiken sind nur Formen wie z.B. Studenten, Mitarbeiter oder Absolventen zu finden. Die Stellenanzeigen sind mit (m/w/d) gekennzeichnet, mehr jedoch nicht. Dies hinterlässt den Eindruck, dass hier nur minimaler Aufwand betrieben wurde, die Seite halbwegs genderkonform zu gestalten. Die Betonung hierbei liegt auf halbwegs. Schlussendlich macht das nur einen von drei Punkten für Daimler.

Delivery Hero

Das Börsenunternehmen, welches zuständig für eine Vielzahl von Online-Bestellportalen ist, zählt zu den wenigen Unternehmen auf dieser Liste, dass volle Punktzahl von uns erhalten hat. Da die Komplette Webseite auf Englisch gehalten ist und somit auch nur Gendern-Neutrale Bezeichnungen verwendet werden, lässt sich über die Punkteverteilung streiten. Die Form (m/w/d) ist dennoch bei jeder Stellenanzeige enthalten. Auch wenn diese Handhabung für manche vielleicht als Mogelei erscheint, können wir hier nichts anderes tun, als in allen Kategorien Punkte zu verteilen.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat in dieser Studie überraschend gut abgeschnitten. Sowohl auf der Homepage, als auch bei den Stellenanzeigen sind Wortumwandlungen bzw. Veränderungen zu finden. Beispielsweise sind nicht nur die Studenten sondern Student*innen angesprochen. Dieses Prinzip ist kontinuierlich weitergeführt bis hin zu den Stellenanzeigen. Hier sind die Jobbezeichnungen immer mit der korrekten (m/w/d)-Form angegeben. Ebenso sprechen diese Bezeichnungen immer mehrere Geschlechter-Typen an. Beispielsweise wird nicht mehr nur der Bankkaufmann gesucht sondern genauso die Bankkauffrau. Natürlich werden bei dieser Art des Genderns nicht auch noch diverse andere Geschlechte angesprochen, was aber auch auf die einzelnen Begrifflichkeiten zurück zuführen ist. Dennoch ist die Deutsche Bank sehr fortschrittlich was diesen Bereich betrifft und erhält somit auch die volle Punktewertung von uns.

Deutsche Börse

Diese Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main hat auf ihrer Webseite schon einmal gute Ansätze was das Gendern betrifft. Auf Homepage und der Job-Seite sind Wortbildungen wie Berufseinsteiger*in zu finden. Auch die (m/w/d)-Form ist bei den Stellenanzeigen verwendet. Leider sind die Jobbezeichnungen nicht Gegendert. Viele Bezeichnungen sind zwar Englisch-Sprachig, jedoch wird bei deutschen Worten, wie z.B „Werksstudent“, nur die maskuline Form verwendet. Diese auch noch in eine genderkonforme Schreibweise umzuwandeln, wäre nur noch ein geringer zeitlicher Aufwand. Egal ob nicht beachtet oder schlicht und ergreifend Vergessen, von unserer Seite aus können wir nur zwei von drei Punkten vergeben.

Deutsche Post

Der größte deutsche Paketzusteller hingegen hat bei allen 3 Kriterien gepunktet. Zum einen lassen sich genderneutrale Wortbildungen wie z.B. Absolvent:in oder Schüler:in finden. Zum anderen lassen sich auch bei den Stellenanzeigen neutrale Bezeichnungen und sogar Wort-neu-Bildungen wie Kaufmann/frau entdecken. Natürlich ist auch hier die rechtmäßige (m/w/d)-Form vorhanden. Auch aufgrund von mehreren Beiträgen zur Gleichberechtigung, Diversity und Inklusion vermittelt die Deutsche Post mit ihrem Internett-Auftritt das Gefühl, dass hier jeder Willkommen ist und dass dieses Thema auch einen hohen Stellenwert in der Unternehmensphilosophie besitzt. Volle Punktzahl von unserer Seite.

Deutsche Telekom

Das größte Telekommunikationsunternehmen Europas konnte in unserer Studie leider nur einen von drei Punkten erzielen. Zum einen sind beispielsweise die Wegweiser bei den Stellenanzeigen nur in einer Gender-Form angegeben, nicht etwa eine genderneutrale wie z.B. Schlüer:innen. Bei ein paar wenigen Artikel kann man schon eine Genderkonforme Rechtschreibweise erkennen, jedoch ist der Großteil in der maskulinen Form gehalten. Die Stellenanzeigen sind normal mit der (m/w/d)-Form versehen, jedoch sind Wortbildungen wie Elektroniker/in nicht zu finden. Ein Punkt der aber auf jeden Fall eine lobende Anerkennung erhält, ist ein Absatz der immer am Ende jeder Telekom-Webseite zu finden ist. Dieser besagt, dass Telekom dabei ist alle Webseiten Texte auf die genderkonforme Rechtschreibweise zu updaten. Ein guter Schritt in die richtige Richtung. Natürlich beansprucht so ein Vorhaben auch seine Zeit, jedoch müssen wir in unserer Studie das bewerten, was uns gerade vorliegt. Darum können wir nur einen von drei Punkten vergeben.

Deutsche Wohnen

Diese Berliner Wohnungsgesellschaft ist ein in unserer Studie ein wenig aufgefallen aufgrund ihres Gender-Konzepts. Natürlich ist auch hier auf die gesetzlich vorgeschrieben (m/w/d)-Form bei den Stellenanzeigen geachtet. Sogar die spezielle Wortumwandlung bei den Stellenanzeigen, die extrem selten verwendet wird, ist auf der Webseite von Deutsches Wohnen kontinuierlich bei den Jobangeboten eingesetzt. Verwunderlich ist jedoch, wieso dieses Prinzip nicht auch noch bei den Fließtexten der Webseite zu finden ist. Aufgrund diesem fehlendem Aspekt erzielt die Wohnungsgesellschaft in unserer Studie nur zwei Punkte.

E.ON

Machen wir weiter mit der Holdinggesellschaft des deutschen Energiekonzern E.ON mit Sitz in Essen. Leider findet man bei dieser Firmenwebsite wenig bis gar keine genderkonforme Rechtschreibung. Zwar gibt es ein paar Beiträge zum Thema Vielfalt und Diversity, doch bei einem genauerem Blick wirken diese auch eher Ernüchternd. Auf der gesamten Seite wird bei Jobbezeichnungen nur die Maskuline Form verwendet. Die Stellenanzeigen sind auch nur dann mit der (m/w/d)-Form gekennzeichnet, wenn diese Jobs Standorte in Deutschland haben. Das gibt ein wenig den Eindruck, dass nur auf genderkonforme Ansprachen geachtet wird, wenn es vom Staat so vorgegeben ist. Jedoch muss man anmerken, dass man vereinzelte Stellen findet, bei denen die Jobbezeichnung auf eine gendergerechte Weise angepasst ist. Der Großteil jedoch ist in der Maskulinen Form gehalten, weshalb wir zu einem Ergebnis von nur einem Punkt kommen.

Fresenius

Das hessische Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen geht sehr vorbildlich und korrekt das Thema Gendern und Vielfalt an. Die komplette Homepage und alle Fließtexte und Wegweiser sind konsequent genderneutral gehalten. Wo es möglich ist hat Fresenius sogar Wortumwandlungen wie z.B. Studierende verwendet. Wenn es nicht möglich ist ein neues Wort für eine bestimmte Bezeichnung zu finden, hat Fresenius mit einem Doppelpunkt die Genderneutrale Form ganz einfach hinzugefügt (Schüler:innen). Auch bei den Stellenanzeigen haben sie versucht neutrale Formen zu benutzen, jedoch konnten wir hier die benötigte Konsequenz nicht feststellen, weshalb Fresenius in unserer Gesamtwertung nur zwei von drei Punkten erzielen konnte. Man muss jedoch anmerken, dass sich Fresenius mit ihrem Konzept definitiv in die richtige Richtung bewegen und schon fast ihr Ziel erreicht haben.

Fresenius Medicalcare

Der kleine Bruder der Fresenius SE, Fresenius Medicalcare geht die Dinge im Bereich Equality und Gendern etwas anders an. Verwunderlich ist, dass hier nur bei den Stellenanzeigen irgendeine Form des Genderns benutzt wird. Der komplette Rest, egal ob Homepage oder Fließtext bei der Jobseite ist nur in der Maskulinen Form angegeben. Im Vergleich zu Fresenius, hingt dieses Unternehmen im Bereich genderquality ziemlich hinterher. Nur die (m/w/d)-Form ist korrekt angegeben. Da dies aber auch vom Staat so gesetzlich vorgeben ist, zeigt Fresenius definitiv zu wenig Courage in dem Bereich. Das führt zu nur einem Punkt im Rankning.

HeidelbergCement

Die Bau- und Rohstofffirma mit Hauptsitz in, wie der Name schon sagt, Heidelberg, geht das Thema gendern recht gut an. Auf der Karriere-Seite kann man sofort Wortergänzungen wie Naturwissenschaftler/in erkennen. Generell gibt der Konzern den Eindruck ab, dass dieses Thema einen sehr hohen Stellenwert im Betrieb hat. Das führt auch dazu, dass nicht der Eindruck erweckt wird: „Wir gendern nur weil Wir müssen“, wie schon bei anderen Konzernen dieser Liste. Auch wenn die Wortumwandlung noch nicht ganz bei den Stellenanzeigen angekommen ist, sondern hierbei nur die (m/w/d)-Form verwendet wird, bewegt sich HeidelbergCement mit ihrem Ansatz auf jeden Fall in die richtige Richtung. Dennoch ist noch ein wenig Luft nach oben. Im großen und Ganzem sind das solide zwei Punkte.

HelloFresh

Das börsenorientierte Lebensmittelunternehmen aus Berlin wirbt mit seiner Vielfalt und der Offenheit die in der Firma herrscht. Überraschender Weise konnte HelloFresh in unserem Ranking jedoch nur einen von zwei Punkten erzielen. Auf der Homepage der Karriere-Seite findet man überhaupt keine persönlichen Ansprachen an Mitabreiter*innen oder sonstiges. Insgesamt kommt diese Konzept mehr wie eine Art Aushilfe, nicht Gendern zu müssen, rüber. Dadurch konnten wir hier keine Punkte verteilen. Die Stellenanzeigen besitzen zwar meistens eine englische Bezeichnung, was auch einer Art des Gendern ist, die einzelnen die deutsch sind jedoch, werden nur in der maskulinen Form angegeben. Man muss jedoch Anmerken, dass die (m/w/d)-Form auch konsequent, sogar bei englischsprachigen Bezeichnungen, durchgesetzt wurde.

Henkel Vz.

Die Henkel Vz. ist ein börsenorientierter Konsumgüter-Konzern in dem die Vielfalt und Gleichberechtigung einen sehr hohen Stellenwert hat. Die gesamte Homepage und die Karriere-Seite sind komplett genderkonform durch gegliedert. Sogar Wortumwandlungen wie Kaufmann:Frau sind hier zu finden. Leider bemerkt man bei einem Blick auf die Stellenanzeigen, dass das Genderprinzip hier leider noch nicht angekommen ist. Zwar wird die vorgegebene (m/w/d)-Form verwendet, nicht aber einer neutrale Jobbezeichnung. In diesem Themenbereich müssen auf jeden Fall noch Veränderungen vorgenommen werden. Insgesamt macht das zwei Punkte für Henkel.

Infineon

Die Infineon Technologies AG aus Neubiberg ist auch drauf und dran sich in eine komplett genderkonforme Webseite zu verwandeln. Alle Fließtexte sind korrekt gegendert sowie mit Wortumwandlungen, als auch mit gewissen Wortergänzungen. Die Stellenanzeigen sind alle mit der (m/w/d)-Form versehen. Der einzige Aspekt, der uns für die volle Punktzahl gefehlt hat ist, dass bei den wenigen deutschen Begrifflichkeiten im Bereich Jobssuche nicht auf eine genderkonforme und neutrale Bezeichnung geachtet wird. Somit also unser Ergebnis: zwei von drei möglichen Punkten.

Linde plc

Der deutsche Industriekonzern mit jetzigem Sitz in Dublin hat bei unserer Studie in allen Bereichen bestanden. Von der Ansprache in Überschriften bis hin zu einzelne Fließtexten ist über all eine genderneutrale Ansprache, wie z.B. Schüler*innen zu finden. Dieses Konzept zieht sich auch kontinuierlich bis hin zu den Stellenanzeigen durch. Hier wird zum einen auf die korrekte (m/w/d)-Form geachtet, aber auch konstante Wortumwandlungen bei den Jobbezeichnungen ist aufzufinden. Ein wichtiger Schritt von Lindes Seite aus in die richtige Richtung und auch eine vorbildliche Handhabung dieses Themas. Somit gehört Linde plc zu den wenigen Firmen unserer Studie, die in allen Kategorien Punkte erzielen konnten.

Merck

Die deutsche Pharma- und Chemiefirma Merck hat in ihren Fließtexten und auch auf dem Rest ihrer Website überall eine genderneutrale Rechtschreibweise verwendet. Auch wenn bei den Stellenanzeigen leider die Bezeichnungen noch nicht genderkonform geupdatet wurden, ist hinter jedem Jobangebot die Spalte „(all genders)“ enthalten. Zwar ist hier nicht die (m/w/d)-Form benutzt, jedoch wirkt das „all genders – Konzept“ sehr ansprechend und inkludierend. Merck ist somit die erste Firma unserer Studie die dieses Konzept in die Tat umgesetzt hat. Da wir leider keine extra Punkte vergeben können, hat Merck unsern Test mit zwei von drei Punkten abgeschlossen. All genders verdient dennoch eine lobende Anerkennung.

MTU Aero Enignes:

Das Münchner Unternehmen MTU Aero Engines, welches sich der Herstellung und Instandhaltung von Turbinen beschäftigt, erzielte in unsere Studie insgesamt zwei von drei Punkten. Wie üblich verwendet auch dieser Konzern die rechtliche (m/w/d)-Form bei den einzelnen Stellenanzeigen. Wortumwandlungen sind hier dennoch nicht zu finden. Wirft man einen Blick auf die Homepage und die Startseite der Karriere-Seite, sieht das ganze aber schon wieder anders aus. Alle Fließtexte sind genderkonform formuliert genauso wie die Wegweiser oder Blöcke zu den einzelnen Berufsgruppen. Seien es die Schüler:innen oder die Absolvent:innen, jedes Wort ist komplett neutral dargestellt. Insgesamt fehlt also nur noch ein kleiner weiterer Schritt für eine komplett genderneutrale Webseite.

Munich RE

Die Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft ist eines der Problemkinder unserer Liste. Zum einen findet man weder auf der Start- oder Homepage genderneutrale Fließtexte. Von den Fließtexten ganz zu schweigen. Wenn auf der Webseite die Rede von bestimmen Personengruppen, seien es Mitarbeiter*innen oder Schüler*innen ist, wird immer nur die maskuline Form genannt und angesprochen. Die Jobbezeichnungen in Stellenanzeigen sind folglich auch nicht umgewandelt. Der Punkt, der uns am meisten überrascht hat ist, dass sogar die (m/w/d)-Form bei den Stellenangeboten fehlt. Es ist nicht etwa eine andere Art des Gendern gegeben, wie wir sie bereits bei anderen Firmen entdeckt haben, sondern schlichtweg gar keine. Das ist nicht nur moralisch und imagetechnisch verwerflich, sondern schließt eben auch nicht alle Personen mit ein. Aus diesen gennannten Aspekten ergibt sich unsere Wertung null Punkten. Durchgefallen!

Porsche SE

Der nächste Kandidat auf unsere Liste ist die Holdinggemeinschaft des Automobilherstellers aus Stuttgart. Wenn man sich das erste mal durch die Webseiten und Beiträge der Porsche SE Seite klickt, steht eins schon einmal fest: Hier wird nicht gegendert. Nun hat diese Webseite aber auch einen extra Reiter der sich mit der Vielfalt, Gleichberechtigung und der Frauen Quote beschäftigt. Man könnte meinen, hier haben sie bestimmt auf eine genderneutrale oder wenigstens genderkonforme Rechtschreibung geachtet, doch auch dies entspricht bei weitem nicht der Wahrheit. Wie es bei den Stellenanzeigen abläuft kannst du dir bestimmt schon denken. Weder Wortergänzungen geschweige den Wortumwandlungen sind hier zu finden. Nur die gesetzlich vorgeschrieben (m/w/d)-Form wurde eingehalten. Einen von drei Punkten. Ein ganz schön ernüchterndes Ergebnis für so eine große Firma.

Puma

Der Textilhersteller, ebenfalls aus Herzogenaurach, gehört zu den etwas spezielleren Konzernen unsere Studie. Bei Fließtexten oder Blogbeiträgen kann man vergebens nach genderkonformer Rechtschreibung suchen. Überall wird nur die maskuline Form verwendet und angesprochen. Sogar die gesetzlich vorgegebene (m/w/d)-Form ist in den Stellenanzeigen nicht zu finden. Natürlich ist hier auch zu beachten, dass der Großteil der aufgezeigte Jobs einen englisch-sprachigen Titel besitzt. Das ist jedoch keine Entschuldigung für die fehlende Genderform am Ende der Bezeichnung die bei jedem Job mit deutschem Standort gegeben sein muss. Das ungewöhnlich bei Puma ist jedoch, dass die vereinzelten deutschen Jobbezeichnungen komplett und korrekt gegendert sind. Mit Wortumwandlungen oder Ergänzungen. Dies reicht jedoch nicht für die volle Punktzahlt aus, weshalb wir zu einem End-Ergebnis von nur einem Punkt kommen.

QIAGEN

Der Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien mit Hauptsitz in Hilden bei Düsseldorf ist recht schlau mit dem Thema rund um das Gendern umgegangen. Die komplette Website ist in Englisch verfasst, was die genderkonforme Rechtschreibung, vor allem in Fließtexten, erheblich erleichtert. Ohne große Rücksichtnahme auf Wortumwandlungen können hier Texte verfasst werden, da es in der englischen Sprache keine Artikel oder Sonstiges gibt. Somit stehen alle Nomen und Bezeichnungen im Neutrum. Bei den Stellenanzeigen ist die (m/w/d)-Form vorhanden und die meisten Jobs haben eine englische Bezeichnung. Dennoch findet man vereinzelt deutsche Begrifflichkeiten. Hier ist jedoch nur die maskuline Form genannt, obwohl genderkonforme Bezeichnungen in diesem Falle nur einen minimalen Aufwand benötigt. Aus diesem Grund erhält die Firma in unserem Ranking nur zwei von drei Punkten.

RWE

Der Energieversorgungskonzern RWE AG. aus Essen gehört zu den vier großen Energieversorgern Deutschlands. Zeitweise galt die Firma sogar als zweit größter Versorger Deutschlands. In dieser Firma spielt die Gleichberechtigung eine große Rolle. Man findet viele Beiträge zur Vielfalt, Diversity und Gleichberechtigung sowie einen extra Beitrag zu Gender & Geschlechter Orientierung. Alle Fließtexte, Beiträge und sogar Wegweiser sind konsequent mit der „:innen“- Form verfasst. Leider wurde dieses Konzept nicht bis hinzu den Stellenanzeigen durchgeführt. Zwar findet man hier die vorgeschrieben (m/w/d)-Form dennoch sind Jobbezeichnungen nur mit der maskulinen Form ausgeschrieben. Um in unserer Studie die gesamt Punktzahl von drei Punkten zu erreichen muss dieser Abschnitt noch auf genderkonforme Bezeichnungen geändert werden.

SAP:

Das Walldorfer Softwareunternehmen SAP ist der größte europäische Anbieter von allem rund um Softwares. Die Homepage von SAP enthält viele Beiträge zur Kultur bei SAP und zur Gleichberechtigung. Ein sehr nennenswerter Punkt ist die konsequente Einsetzung von komplett genderneutralen Bezeichnungen. Zum Beispiel werden auf der Homepage und bei Fließtexten Worte wie Mitarbeitende benutzt, die absolut neutral gegenüber jedem Geschlecht stehen. Dennoch muss man anmerken, dass dieses Konzept bei den Jobangeboten leider vernachlässigt wurde. Hier ist nur auf die vorgegebene (m/w/d)-Form geachtet, genderneutrale Bezeichnungen sucht man hier vergebens. Dennoch wär es kein großer Aufwand nach der Homepage auch noch die Stellenanzeigen zu überarbeiten. Insgesamt zwei von drei Punkten.

Sartorius Vz.

Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius mit Sitz in Göttingen wurde 1870 von Florenz Sartorius gegründet. Obwohl dieses Unternehmen schon zu den Urgesteinen in der Pharmabranche zählt, sind sie im Bereich Gleichberechtigung und Inklusion sehr fortschrittlich. Die gesamte Webseite inklusive Wegweiser und Überschriften ist konsequent genderneutral gehalten. Es wurden sogar weitestgehend komplett neutrale Bezeichnungen eingesetzt wie z.B. „Studierende“. Bei anderweitigen Bezeichnungen, bei denen diese Form nicht möglich ist, wurde auf die „*innen“-Form zurückgegriffen. Diese komplett neutrale Form war bei den wenigsten Firmen zu finden und hat deswegen eine lobende Bemerkung verdient. Leider aber ist diese Form bei den Stellenanzeigen nicht verwendet. Hier wurde auf die grundgegebene (m/w/d)-Form zurückgegriffen. Insgesamt sind das dennoch solide zwei von drei Punkte.

Siemens AG

Die Siemens AG ist ein Mischkonzern mit den Schwerpunkten auf Automatisierung und Digitalisierung im Bereich der Industrie, Infrastruktur, Energiesysteme oder in der Medizintechnik. Auch hier ist auf der gesamten Webseite auf eine konforme Handhabung dieses Themas geachtet. Es wurde sogar die komplett neutrale Wortform je nach Gelegenheit genutzt. Bei anderen Begrifflichkeiten, bei denen dies nicht möglich ist, wurde die Ansprache an z.B. „Schülerinnen/Schüler“ gerichtet. Auch existieren eine Menge Beiträge rund um das Thema Vielfalt. Um so mehr überrascht es, dass wieder Mals die Stellenanzeigen außer Acht gelassen wurden. In den Jobanzeigen wurde, abgesehen von der vorgeschriebenen (m/w/d)-Form, nur die maskuline Ansprache verwendet. Deshalb müssen wir einen von den drei Punkten abziehen und kommen somit zu einem Endergebnis von zwei Punkten.

Siemens Energy

Machen wir weiter mit der Siemens Energy AG die sich als Unternehmen mit der Elektro- und Energietechnik beschäftigt. Zu ihrem Portfolio gehört unter anderem die Energieerzeugung, die Energieübertragung sowohl wie Industrielösungen. Ähnlich wie bei der Siemens AG wird auch hier auf gendergerechte Rechtschreibung geachtet. Dennoch wurde diese Thematik hier ein wenig anders angegangen. Wenn auf der Webseite oder in Fließtexten zum Beispiel von Mitarbeitern die Rede ist, so wird hier die feminine als auch die maskuline Form genannt. (z.B. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“). Aber diese Art des Genderns ist nicht unbedingt die Beste, da hier im Vergleich zu der Wortumwandlung in eine neutrale Bezeichnung, nur zwei Geschlechter angesprochen werden. Die (m/w/d)-Form ist auch hier bei den Stellenanzeigen vorhanden, jedoch sind Wortumwandlungen vergeblich zu suchen. Insgesamt also zwei von drei Punkten.

Siemens Healthineers

Den Abschluss der Siemens-Unternehmen machen die Siemens Healthineers. Die Siemens Healthineers AG ist die Muttergesellschaft, unter der die medizinischen Aktivitäten der Siemens AG zusammengefasst werden. Der Begriff Healthineers setzt sich hier aus den Wörtern „healthcare“, „engineer“ und pioneer zusammen. In Fließtexten und Überschriften ist immer die „*innen“-Form verwendet, wie zum Beispiel „Mitarbeiter*innen“. Die Webseite der Healthineers besitzt sogar einen extra Beitrag zum Thema LGBTQIA+, der schlicht besagt, dass jeder in diesem Unternehmen willkommen ist. Wie üblich ist bei den Stellenanzeigen leider nicht auf genderkonforme Rechtschreibung geachtet. Lediglich die gesetzliche (m/w/d)-Form wird hier verwendet. Eigentlich erhofft man sich nach diversen Beiträgen mehr im Bezug auf diese Thema. Im großen und ganzem dennoch zwei von drei Punkte.

Symrise

Der börsenorientierte Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen hat seinen Sitzt in Holzminden. Obwohl auf der Homepage mit Statistiken und Prozentzahlen zur Frauenquote und sonstiges Geworben wird, hinterlässt die Webseite durch folgende Aspekte den Eindruck, dass Diversity und Inklusion in dieser Firma eher klein geschrieben wird: Der erste Aspekt sind die Fließtexte, Aufzählungen und Wegweiser. Bei allen Texten, in denen die Rede von bestimmten Personengruppen ist, wird nur die maskuline Form angesprochen. Zum Beispiel ist immer nur der „Absolvent“, der „Schüler“ oder der „Praktikant“ gesucht. Auch die Stellenanzeigen bessern dieses Erscheinungsbild nicht. Auch hier wendet sich die Ansprache nur an die männlichen Bewerber. Zwar ist hier die (m/w/d)-Form verwendet, da dies aber so von dem deutschen Gesetz vorgeschrieben ist, ist das nicht als Glanzleistung zu werten. Durch die genannten Aspekte kommen wir zu einer Wertung von nur einem Punkt. Verbesserungen sind hier definitiv nötig.

Volkswagen Vz.

„Wir stehen für Toleranz, Offenheit und einen solidarischen Umgang miteinander. Fremdenfeindlichkeit, Hass, Ausgrenzung und Verfolgung haben keinen Platz in unserem gemeinsamen Unternehmen.“ In Kombination mit dem regenbogenfarbenen VW-Logo . gibt dieser Satz schon einmal einen befriedigenden Eindruck wenn man die Volkswagen-Seite öffnet. Volkswagen war drauf und dran einer der Kandidaten zu werden, die in unserer Studie volle Punktzahl erhalten haben. Alle Stellenanzeigen sind neben der (m/w/d)-Form auch mit der „/in“-Ergänzung versehen. Auch bei Wegweisern für z.B. „Studierende“ ist diese Form bei den Bezeichnungen vorhanden. Obwohl diese Punkte VW fast zu einer genderneutralen Webseite machen, kann hier aus folgenden Aspekten nicht die gesamt Punktzahl vergeben werden: Zwar sind in vereinzelten Überschriften und Textbausteinen genderkonforme Bezeichnungen zu finden, dennoch sind die meisten Fließtexte ohne diese Rechtschreibung verfasst. Diese inkonsequente Durchsetzung führt im Endeffekt dazu, dass wir hier nur zwei von drei Punkten vergeben können.

Vonovia

Im Vergleich zu VW steht der Bochumer Immobilienkonzern, im Bezug auf Diversity und Inklusion, relativ schlecht da. Gendergerechte Ansprachen in Informations- oder Fließtexten sucht man hier vergebens. Zwar wurde einige wenige Male, durch die Ansprache an das feminine und maskuline Geschlecht, probiert eine Genderneutrale Atmosphäre zu schaffen, doch durch die inkonsequente Handhabung, können wir dies nicht in unsere Wertung mit einbeziehen. Auch die Stellenanzeigen richten sich alle mit ihrer Ansprache nur an das maskuline Klientel. Durch die (m/w/d)-Form wurde probiert diese ganzen Punkte wieder gut zumachen, da dies aber gesetzlich so vorgeschrieben ist, können wir das nicht mit großer Anerkennung aufnehmen. Insgesamt erzielt Vonovia nur einen Punkt in unserer Studie.

Zalando

Der Online-Versandhändler für Schuhe, Kleidung und Kosmetik hat seinen Hauptsitz in Berlin. Zu unserem Überraschen konnte Zalando nur zwei von drei Punkten erzielen. Zwar wirbt Zalando immer mit der Vielfalt ihres Unternehmens und auch mit der Inklusiven Sprache, dennoch konnte wir diese „Inklusive Sprache“ nur in den Fließtexten und Wegweisern auffinden. In den Stellenanzeigen wurde zwar durch Wortergänzungen mit „*innen“ versucht dem gerecht zu werden, jedoch wurde dieses Prinzip nur extrem inkonsequent durchgeführt. Die gesammten Texte sind dennoch mit der Wortergänzung „*innen“ versehen. Dies führt zu einem Endergebnis von zwei Punkten.

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Online-Studie: Wie sich die Situation von Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock vorhersagen ließ und lässt (Bewertung Skala 0-100 Vertrauenspunkte) https://coco-consulting.de/online-studie-wie-sich-die-situation-von-armin-laschet-olaf-scholz-und-annalena-baerbock-vorhersagen-liess-und-laesst-bewertung-skala-0-100-vertrauenspunkte/ Fri, 27 Aug 2021 11:06:59 +0000 https://www.coco-content-marketing.de/?p=8680 Zur Erinnerung: Ende April wurden zuerst Annalena Baerbock und kurz darauf Armin Laschet zu den Kanzlerkandidaten ihrer Parteien nominiert. Mitte Mai lagen Union und Grüne in den Umfragen etwa gleichauf bei 25%, die SPD war weit abgeschlagen bei 15% ohne Hoffnung darauf, dass sich an diesem Zustand noch viel ändert. Zu diesem Zeitpunkt habe ich […]

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Zur Erinnerung: Ende April wurden zuerst Annalena Baerbock und kurz darauf Armin Laschet zu den Kanzlerkandidaten ihrer Parteien nominiert. Mitte Mai lagen Union und Grüne in den Umfragen etwa gleichauf bei 25%, die SPD war weit abgeschlagen bei 15% ohne Hoffnung darauf, dass sich an diesem Zustand noch viel ändert. Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Websites der drei Kandidaten Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock mit meiner Methode des politischen Vertrauensbaukastens untersucht. Dass sich in den Folgewochen bis heute die Situation der drei Kandidaten vollkommen verändert hat, ist hinlänglich bekannt. Zeit zu schauen, ob sich an den Websites etwas verändert hat und welche Schlüsse ihre Onlineaktivitäten aus heutiger Sicht zulassen.

Wie waren die Ergebnisse der Analyse der Websites zur Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit?

Olaf Scholz war mit 90 von 100 möglichen Punkten der klare Gewinner. An zweiter Stelle folgte Armin Laschet mit 66 Vertrauenspunkten und ziemlich abgeschlagen an dritter Stelle rangierte Annalena Baerbock mit nur 45 von 100 möglichen Punkten.

Wer punktet wo und wo nicht?

Ich denke, es ist nochmal wichtig zu betonen, dass ich hier ausschließlich die Websites beurteile. Da ich davon ausgehe, dass diese professionell und durchdacht erstellt wurden, lassen sich daraus Schlüsse auf die Personen und den Wahlkampf der drei Kanzlerkandidaten schließen. Eindrücke aus anderen Medien (Zeitung, Fernsehen etc.) blende ich bewusst komplett aus.

Wenig Unterschied gibt es bei der Beurteilung der Integrität. Hier schneiden alle drei sehr gut ab. Auch bei der Aura mit den Unterpunkten Klarheit, Marke, Entschiedenheit, Innovationskraft und Beständigkeit sind die Unterschiede nicht sehr groß. Allerdings liegt hier Olaf Scholz bereits klar vorne. Dies ist einer der Bereiche bei denen die Wirkung der Website klar von der Wirkung der sonstigen Medien abweicht. Oder würde ansonsten jemand Armin Laschet bei Entschiedenheit volle Punktzahl geben? Dies ist vielleicht auch ein Indiz dafür, dass er insgesamt etwas unterbewertet wird. Der eine oder andere sollte vielleicht noch einen Blick auf seine Website werfen, bevor er sich ein abschließendes Urteil über ihn bildet.

Die größten Vorsprünge hat der SPD-Kanzlerkandidat in den Bereichen Kompetenz, Ergebnisse und Persönlichkeit. Bei den Ergebnissen geht Annalena Baerbock mit null Punkten raus. Da hat sie schlicht nichts vorzuweisen. Der einzige Bereich, in dem Armin Laschet klar vorne liegt, ist die Wählerorientierung. Er deckt thematisch auf seiner Website die größte Bandbreite ab und spricht die wichtigsten Themen, die für die Bevölkerung relevant sind, alle an. Ganz im Gegenteil zu Annalena Baerbock, die thematisch mit den Hauptpunkten Klima und Familie sehr eng rüberkommt. Das reicht für eine mögliche Kanzlerin nicht aus.

Was hat sich an den Websites verändert?

Olaf Scholz: Mit der mit Abstand besten Bewertung wäre hier am wenigsten Veränderung zu erwarten. Doch es gibt eine wesentliche. Direkt auf der Startseite ist ein großes neues Video integriert, das eine Brücke baut von Helmut Schmidt zu Olaf Scholz. Das ist mal richtig gut gemacht. Bei der Aura war er ohnehin schon auf Maximalpunktzahl. Daher ändert sich hier an der Bewertung nichts. Es bleibt bei 90 Punkten.

Apropos hier ändert sich nichts: Bei der Website von Armin Laschet hat sich nichts geändert. Lediglich der Instagram Stream wird aktualisiert. Doch der Social Media Content könnte auch einmal aufgewertet werden. Die News dort machen einen durchaus sympathischen Eindruck. Es bleibt somit bei den 66 Vertrauenspunkten.

Und jetzt aber zur Website von Annalena Baerbock. Die war durchaus mau und mit den Einträgen zum Lebenslauf auch Gegenstand der politischen Diskussion. Hier hat sich ja sicherlich noch etwas getan. Klar, die Einträge beim Lebenslauf sind aktualisiert. Da war also eine PR Agentur am Start. Und sonst? Langeweile pur. So gut wie keine neuen Fotos. Kein Wort zu Corona. Kein Wort zum Themenkomplex Ausländer und Migration. So gut wie nichts zu Bildung. Eine wörtlich abgedruckte Rede zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Wer soll sich das durchlesen??? Alles in allem würde ich hier die Tatsache, dass sich so wenig geändert hat, eher noch mit Punktabzug bewerten. Wie auch immer, es bleibt bei der lausigen Bewertung von maximal 45 Punkten.

Exkurs: Die Kanzlerkandidaten in der Google Suche

Da wir uns als Online Marketing Agentur in München viel mit SEO beschäftigen, bin ich gespannt zu sehen, was passiert, wenn ich die Namen der drei Kanzlerkandidaten in die Google Suche eingebe. Google gibt sich alle Mühe das zu zeigen, was die User interessiert. Daher lassen die angezeigten Inhalte auf der Trefferseite auch Schlüsse darauf zu, was für die Wähler relevant ist.

Die erste Erkenntnis ist: Bei allen drei kommt die persönliche Website, die ich untersucht habe, gleich an erster Stelle in der Trefferliste. Diese Seiten sind also sehr relevant und wichtig.

In der rechten Spalte ist jeweils der Wikipedia-Eintrag mit den wichtigsten Hauptpunkten. Olaf Scholz ist nur 1,70 groß. Armin Laschet mit 1,72 auch nicht viel größer. Und bei Annalena Baerbock steht es leider nicht dabei. Nunja, wird wohl ein eher kleinerer Kanzler oder Kanzlerin werden. Aber das nur am Rande.

Bei allen drei erscheinen zuerst die aktuellen Schlagzeilen. Bei Annalena Baerbock und Armin Laschet folgen Fragen, die anscheinend wichtig für die User sind. Mit den Fragen „Wie wohnt Annalena Baerbock?“ und „Wo wohnt Armin Laschet?“ wird deutlich, dass ein potenzieller Kanzler offensichtlich sein Privatleben nicht ausschließen kann. Der persönliche Hintergrund scheint ein wichtiges Kriterium zu sein. Ein Blick auf die persönlichen Websites zeigt, dass alle drei dies nicht aussparen. Bei Annalena Baerbock gibt es sogar einen Hauptnavigationspunkt „In Potsdam zuhause“. Völlig nachvollziehbar zeigt natürlich keiner der drei das Gebäude, in dem er wohnt.

Die weiterhin angezeigten Bilder und Videos sind ebenfalls ähnlich. Summa summarum kommt daher kein wesentlicher Unterschied für die drei heraus.

Und was lässt sich nun daraus schließen?

Ich gehe davon aus, dass Olaf Scholz in den verbleibenden Wochen bis zur Wahl seinen Lauf fortsetzen wird. Die gesamte Kampagne ist aus einem Guss. Es gibt überhaupt keinen Grund zu glauben, dass sich daran etwas ändern wird.

Das gleiche gilt leider auch für Annalena Baerbock. Hier hätte ich mir eine, zumindest inhaltliche Verbesserung der Website in der Zeit seit Mai gewünscht. Ich denke nicht, dass sie nochmal groß auftrumpfen wird.

Armin Laschet halte ich angesichts der insgesamt nicht so schlechten Inhalte eigentlich für aktuell unterbewertet. Auch online ist sein größtes Manko in seiner Persönlichkeit zu sehen. Vom Ideal einer guten Mischung aus Autorität und Innovationskraft ist er weit entfernt. Wie stark das weiter wirkt, ist schwer vorherzusagen. Je schwieriger das thematische Umfeld bleibt (Stichworte: Afghanistan & Corona), umso schwerer wird er es weiter haben. Da aber nicht alles falsch ist, vermute ich, dass es für ihn und die CDU nicht noch weiter nach unten gehen wird.

Es bleibt spannend.

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Ist Olaf Scholz ein vertrauenswürdiger Politiker? https://coco-consulting.de/ist-olaf-scholz-ein-vertrauenswuerdiger-politiker/ Tue, 18 May 2021 08:46:10 +0000 https://www.martingbauer.com/?p=6396 Nachdem ich bereits die Websites von Armin Laschet und Annelena Baerbock mit meiner Methode des Vertrauensbaukasten Politik untersucht habe, möchte ich mich als vorerst letztes Beispiel mit dem dritten Kanzlerkandidaten Olaf Scholz von der SPD und seiner Website beschäftigen. Auch bei ihm gehe ich davon aus, dass eine SEO Content Agentur hinter den Inhalten der […]

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Nachdem ich bereits die Websites von Armin Laschet und Annelena Baerbock mit meiner Methode des Vertrauensbaukasten Politik untersucht habe, möchte ich mich als vorerst letztes Beispiel mit dem dritten Kanzlerkandidaten Olaf Scholz von der SPD und seiner Website beschäftigen. Auch bei ihm gehe ich davon aus, dass eine SEO Content Agentur hinter den Inhalten der Website steckt. Natürlich fragt man sich, warum die SPD überhaupt noch einen Kanzlerkandidaten aufstellt. Aber so viel ist klar, wenn sie nicht den Anspruch formulieren würde, wäre die Chance aus dem Umfragetief heraus zu kommen noch viel kleiner. Und um das Vertrauen der potenziellen Wähler zu werben, ist in jedem Fall eine ganz entscheidende Grundlage. Also schauen wir uns mal an, wie Olaf Scholz auf seiner Website dabei vorgeht und ob auf eine SEO Strategie gesetzt wird.

Zunächst zum Thema Wählerorientierung. Hier geht es darum zu schauen, ob sich der Kandidat für die Kanzlerschaft der Bundesrepublik Deutschland eine Meinung gebildet hat zu den Themen, die die Menschen wirklich interessieren. Aus allen Umfragen kommen in etwas unterschiedlichen Reihenfolgen die fünf Schwerpunkte heraus: Corona, Klima, Soziales, Integration, Bildung.

Das Soziale ist selbstverständlich die DNA der SPD und direkt auf der Homepage präsent. Passt. Auf der Unterseite „Meine Ziele“ sind die Hauptpunkte Klimaschutz, Mobilität, Digitalisierung und Gesundheitsversorgung. Dazu werden zwei Teaser ergänzt mit Inhalten zu Respekt und Europa. Neben dem Sozialen sind somit die beiden wichtigsten aktuellen Themen Corona in der Gesundheitsversorgung und Klima gut vertreten. Der Komplex Ausländer und Integration ist überraschenderweise nur marginal unter der Überschrift Respekt und mit einem Foto beim Händeschütteln mit einem vermutlich türkischstämmigen Obsthändler zu sehen. Eine klare Positionierung zu diesem wichtigen Thema fehlt. Und auch das Thema Bildung kommt nicht vor. Daher geht es für mich inhaltlich zum Teil am Wähler vorbei. Für diesen Bereich gibt es 12 von 20 möglichen Vertrauenspunkten.

Als nächstes schaue ich mir den Bereich Aura an, für den es ebenfalls 20 Punkte zu vergeben gibt. Wie wirkt Olaf Scholz in den wichtigsten Faktoren, die seine Aura beeinflussen?

Also Style hat die SPD, das ist keine Frage. Die Kombination aus dem SPD-Rot mit dem Schwarz-Weiß-Foto gleich am Anfang sieht sehr cool aus. Dazu ist ein großes Statement platziert, das Olaf Scholz und sein Denken knapp und präzise auf den Punkt bringt. Daher für die Marke volle 4 Punkte.

Die Seite hat gute Texte, schöne Fotos, kommt schnell auf den Punkt und ist für jeden sehr einfach zu überschauen. Daher gibt es für die Klarheit auch 4 Punkte.

Zum Punkt Entschiedenheit gibt es direkt auf der Startseite den Satz „DAFÜR KÄMPFE ICH MIT LEIB UND SEELE, MIT HERZ UND VERSTAND.“ Wow, da will es einer wissen. Direkt darunter kommt der Absatz „Ich will das machen“ mit einer Aufzählung an Punkten, die Olaf Scholz anpacken will. Ich bin geneigt mehr als die verfügbaren 4 Punkte zu vergeben. Vielleicht einen Extrapunkt für besondere Entschiedenheit angesichts der aussichtslosen Lage. Aber nein, es bleibt bei den verfügbaren maximalen 4 Vertrauenspunkten für diesen Aspekt.

Womit wir bei der Innovationskraft angelangt sind. Traue ich Olaf Scholz anhand der Inhalte seiner Website zu, neue Entwicklungen aufzunehmen und neue Anstöße zu geben? Es soll „das modernste und klimafreundlichste Mobilitätssystem Europas“ aufgebaut werden. „Wir wollen auch bei der Halbleiterfertigung zum Beispiel, bei der Künstliche Intelligenz oder Quantencomputing spitze sein.“, gar von einer „Gigabit-Gesellschaft“ ist die Rede. Das klingt alles nicht schlecht. Und auch die „Potenziale der Digitalisierung für die Verbesserung von Diagnosen“ sollen genutzt werden. Hier werden eine ganze Reihe an Innovationsfeldern angesprochen, über die die Phantasie angeregt wird, was man damit wohl erreichen könnte. Auch hier somit 4 Vertrauenspunkte.

Bei der Beständigkeit gibt es nichts auszusetzen. Auch der „Bruch“ im Lebenslauf mit der Anwaltstätigkeit in den Neunziger Jahren tut dem keinen Abbruch. Der Weg von Olaf Scholz von den Jusos bis zum Vizekanzler ist in einer Linie und bekommt daher 4 Punkte.

Im dritten Bereich mit insgesamt 20 möglichen Punkten schaue ich mir die Kompetenz mit den beiden Schwerpunkten Erfahrung und Leidenschaft an. Fachwissen und Prozesswissen habe ich ausgeklammert, da viele Politiker fachfremd einen guten Job machen und es auch nicht vorausgesetzt wird, dass man bestimmte Kenntnisse mitbringt. Erfahrung ist ganz klar ein großes Plus von Olaf Scholz. SPD-Generalsekretär, Bundesminister für Arbeit und Soziales, Erster Bürgermeister von Hamburg, Vizekanzler und Finanzminister mit internationalen Kontakten. Mehr geht kaum. Olaf Scholz wirkt für Menschen, die nicht aus Norddeutschland kommen, manchmal etwas spröde. Ganz anders aber auf der Website. Ich will …. Ich kämpfe …. Ich setze mich dafür ein …. Ich trieb energisch voran …. Hier wird Leidenschaft direkt spürbar. Insgesamt für diesen Bereich daher die vollen 20 Vertrauenspunkte.

Ergebnisse haben große Strahlkraft. Wenn jemand etwas erreicht hat, wird dies von den Lesern und hier potenziellen Wählern in die Zukunft projiziert und erzeugt so Vertrauen. Da gibt es einiges zu finden auf der Website. „Ich entwickelte das Instrument der Kurzarbeit weiter.“ Als Hamburger Bürgermeister „wichtige Ziele voranbringen. Zum Beispiel gebührenfreie Kitas und flächendeckend Ganztagsschulen. Und ich trieb den Wohnungsbau früh und energisch voran.“ Da wird etwas greifbar. Olaf Scholz ist offensichtlich jemand, der nicht nur theoretisch weiß, was er will, sondern anhand seiner Ergebnisse nachweisen kann, das er sich auch dafür einsetzt und etwas erreicht. 10 Punkte.

Für die Integrität kommt es zunächst darauf an, die Werte und Antriebsfedern von Olaf Scholz zu verstehen. Da lese ich von Respekt, Zukunft, Europa. Insbesondere die Fotos transportieren sehr schön, wie sich diese Werte für Olaf Scholz im persönlichen und politischen Alltag erleben lassen. Das wirkt nicht nur sympathisch, sondern eben integer. Kleines Minus: Zu Europa bzw. Wirken von Olaf Scholz im europäischen Kontext finde ich nichts. Wenn das eines seiner Hauptmotive ist, wäre ein Foto mit Macron oder im Kreis der europäischen Finanzminister nicht schlecht. Daher 13 von 15 möglichen Punkten.

Bei der Beurteilung der Persönlichkeit geht es um ein Ideal von einer Mischung aus 2/3 Autorität und 1/3 Innovator. Mit voller Punktzahl bei der Innovationskraft auf der einen Seite und einer positiven Entschiedenheit auf der anderen Seite (mit sehr gut dazu passenden Fotos) gibt es für diesen Bereich volle 15 Punkte.

Zusammengefasst: Die Website überrascht positiv. Olaf Scholz kommt vertrauenswürdig rüber und erhält 90 von 100 möglichen Vertrauenspunkten. In seinem Wahlkreis Potsdam/Potsdam Mittelmark II/Teltow-Fläming II kommt es zum direkten Showdown mit Annalena Baerbock. Ich prophezeie mal, dass Olaf Scholz hier auf jeden Fall besser als seine Partei abschneiden wird. Wozu es sonst reicht, wird man sehen.

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Annalena Baerbock – so gewinnt sie NICHT das Vertrauen ihrer Wähler*innen! https://coco-consulting.de/annalena-baerbock-so-gewinnt-sie-nicht-das-vertrauen-ihrer-waehlerinnen/ Sun, 16 May 2021 10:59:53 +0000 https://www.martingbauer.com/?p=6391 Mit meiner Methode des politischen Vertrauensbaukasten untersuche ich heute, wie vertrauenswürdig die zweite Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit dem Content Marketing auf ihrer Website wirkt. Insgesamt sind maximal 100 Vertrauenspunkte zu erreichen. Zunächst schaue ich mir ihre Wählerorientierung an. Für Politiker-Websites gilt das gleiche wie für Websites von Selbstständigen und Freiberuflern. Nur, wenn man sich mit […]

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Mit meiner Methode des politischen Vertrauensbaukasten untersuche ich heute, wie vertrauenswürdig die zweite Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit dem Content Marketing auf ihrer Website wirkt. Insgesamt sind maximal 100 Vertrauenspunkte zu erreichen.

Zunächst schaue ich mir ihre Wählerorientierung an. Für Politiker-Websites gilt das gleiche wie für Websites von Selbstständigen und Freiberuflern. Nur, wenn man sich mit den Themen beschäftigt, die für die Zielgruppe eine Bedeutung haben, wirkt man vertrauenswürdig. Die wichtigsten fünf Punkte laut Forschungsgruppe Wahlen sollten dabei sein, wenn man Kanzlerin der Bundesrepublik werden möchte.

Klar, es gibt ganz viele Inhalte zum Thema Umwelt, Klima, Ökologie, dem zweitwichtigsten Thema aktuell. Auch das Soziale kommt insbesondere im Kontext zu Familie und Kindern zu Wort. Die Themen Bildung und Corona sind auch nur im Kontext zu Kindern zu finden. Zum Komplex Ausländer und Integration herrscht gähnende Leere. Ich frage mich, ob ich wirklich auf der Website einer Person bin, die Kanzlerin von Deutschland werden möchte. Da würde ich erwarten, dass sie sich Gedanken zum Corona-Management gemacht hat und uns hier daran teilhaben lässt. Soll es unter ihrer Führung so weitergehen mit den Ministerpräsidenten-Konferenzen oder mehr Führung im Bund durch Infektionsschutzgesetz etc.? Sicher ist, dass wir das Thema Corona auch im September nicht los haben werden. Mir ist das viel zu dünn. Hier präsentiert sich Annalena Baerbock als eine Politikerin, die sich für Klima und Kinder stark macht. Das ist alle Ehre wert, aber für eine potenzielle Kanzlerin viel zu dürftig. Daher vergebe ich hier nur 5 von 20 möglichen Vertrauenspunkten. Hier wäre eine gute SEO Content Beratung auf jeden Fall von Nöten.

Der zweite wichtige Bereich ist die Aura. Wie wirkt die Website und damit auch Annalena Baerbock insgesamt? Für diesen Bereich gibt es ebenfalls 20 Vertrauenspunkte. Da wir hier 5 Unterpunkte haben, gibt es für jeden davon maximal 4 Vertrauenspunkte zu vergeben.

Das Design der Website ist sehr gut gemacht. Auch wenn mir „Herzlich Willkommen“ als Introstatement zu banal ist, gefällt mir der Effekt beim Scrollen mit dem herausfahrenden Textbereich auf der linken Seite. Annalena Baerbock kommt als Marke mit ihren Eigenschaften und Schwerpunkt-Themen klar rüber und ist analog visualisiert. Die Fotos sind sehr sympathisch. Wenn man als Schwerpunkt-Thema Familie und Kinder hat, würde ich schon erwarten, Bilder von ihr mit Kindern zu sehen. Natürlich muss man Respekt davor haben, wenn sie ihre Familie außen vor halten möchte. Als Kanzlerin wird das auf Dauer aber nicht komplett durchzuhalten sein. Alternativ könnte sie wenigstens bei einem Besuch im Kindergarten oder ähnliches zu sehen sein. So wirkt es sehr abgehoben und theoretisch, der Bezug zum praktischen Leben kommt in der Kommunikation zu kurz. Insgesamt 3 von 4 Punkten.

Bei der Klarheit punktet die Seite in weiten Teilen. Kurze Texte, gut lesbar, einfache Navigation. Die vielen abgedruckten Reden sind jedoch nicht fürs Lesen gemacht. Es sind ja auch Reden. Da wären zusammenfassende Texte, ergänzt mit kurzen Video-Statements, sicher viel besser. Daher 3 von 4 Punkten.

Zur Entschiedenheit. Gleich im Eingangstext findet sich der Satz „Ich will, dass Politik die notwendigen Entscheidungen trifft, diese Kraft endlich zu entfesseln.“. Etwas weiter unten dann ein Absatz zu „Was mich antreibt“. Annalena Baerbock weiß, was sie will und zeigt es auch. Nicht umsonst hat sie sich ja gegen Robert Habeck durchgesetzt. Dass von ihm hier nichts zu sehen ist, ist eine kleine Lücke. Damit könnte der User der Website daran erinnert werden, wie sie sich den ersten Platz gesichert hat. Dennoch 4 Punkte.

Die Grünen sind zwar in vielen Landesregierungen dabei, aber nicht im Bund. Sie stehen hier für frischen Wind. Da ist die Innovationskraft ganz entscheidend. Traue ich anhand der Website Annalena Baerbock zu, neue Dinge anzustoßen und vorwärts zu treiben? Unter der Überschrift „Bereit sein, das Neue zu wagen“ findet sich der Text „Wir haben erfahren, dass Unsicherheit entsteht, wenn Politik immer nur sagt, was alles nicht geht. Wenn wir eine Ära des Fortschritts schaffen wollen, dann müssen wir jetzt auch bereit sein, Neues zu wagen. Gemeinsam in Deutschland, europäisch und global.“ Aber wie? Welche Innovationen wie einsetzen? Wie Unternehmen motivieren, Fortschritt zu gestalten? Wo ist Frau Baerbock mal in einem Betrieb zu sehen, in dem Innovationen Wirklichkeit werden? Für mich hier nur abgehobene Theorie. Daher leider 0 Punkte.

Bei der Beständigkeit passt es. Es wirkt aus einem Guss. Auch im Rückblick ist ihr Wirken klar und ohne Hin und Her. Daher 4 Vertrauenspunkte.

Der dritte Bereich mit maximal 20 möglichen Vertrauenspunkten ist die Kompetenz mit den beiden Hauptpunkten Erfahrung und Leidenschaft. Klar, im Gegensatz zu Angela Merkel im letzten Wahlkampf war Frau Baerbock noch nie Kanzlerin. Die Reden und Initiativen zeigen, dass sie sich im politischen Betrieb gut auskennt. Was aber erwarte ich von einer potenziellen Kanzlerin? Es wäre schon gut, wenn sie sich mal mit einigen Größen der Politik ausgetauscht hätte. Ich weiß, dass sie auf Podien mit internationalen Politikern war. Davon ist hier aber nichts zu sehen. Hier ist mehr Potsdam als Putin zu sehen. Für eine Kanzlerkandidatin ist das sehr wenig. Ihre Leidenschaft für Klima, Kinder und Europa ist auf der Website zu spüren. Aber auch da könnte noch mehr gezeigt werden. Wo hat sie denn beispielsweise mal eine Nacht durchdiskutiert, um den bestmöglichen Entwurf für ein Klimagesetz zum Sitzungstermin vorzubereiten? Wahrscheinlich hat sie, ist aber nicht zu sehen. Insgesamt gibt es für die gezeigte Kompetenz 8 Punkte.

Damit geht es direkt weiter zu den Ergebnissen ihres Handelns, was in vielen Bereichen einer der wichtigsten Vertrauensbausteine ist. Ohne bisheriges Amt ist das natürlich schwierig und klar ein großes Manko für Annalena Baerbock. Jetzt kann man natürlich auch nicht sagen, dass sie bisher keinerlei Ergebnisse erzeugt hat. Persönliche Erklärungen und Reden sind aber eben nicht konkret zu fassen und erlauben keine Schlussfolgerung auf zukünftige Handlungen. 0 Punkte.

Für die Persönlichkeit habe ich ein Ideal für den Politik-Typus definiert, das aus einer Mischung von 2/3 Autorität und 1/3 Innovator besteht. Barack Obama und Emmanuel Macron kommen da nahe heran. Auch einige deutsche Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten haben klare Teile dieses Profils. Der dritte mögliche Typ ist der Mensch auf Augenhöhe, der zum Beispiel in Startups oder als Berater erfolgreich sein kann. Annalena Baerbock wirkt auch als solch ein Typus, der aus meiner Perspektive für eine führende Politikerin nicht ideal ist. Traue ich ihr zu mit Xi Jinping, Erdogan und Putin auf Augenhöhe zu verhandeln? Also nicht nur den deutschen Standpunkt darzulegen, sondern intensiv zu debattieren und gemeinsame Lösungen zu erreichen? Oder im Einklang mit der Geschäftsleitung von Deutscher Bank, Siemens, SAP und Daimler die deutsche Wirtschaft in die Zukunft zu lenken? Man kann es hoffen, nüchtern betrachtet aber bisher nicht erkennen. Daher bekommt sie hier nur 3 von 15 möglichen Punkten.

Als letzter Vertrauensbaustein folgt die Integrität. Um beurteilen zu können, ob Handeln und Werte im Einklang sind, muss man zunächst erkennen können, welche Werte die Politikerin antreiben. Das ist ganz klar: Klima, Kinder, Europa. Und diese Antreiber für ihr politisches Wirken zeigen sich dann auch konsequent in allen ihren Reden. Das ist, soweit über die Website erkennbar, absolut integer. Daher gibt es hier die volle Punktzahl: 15 Punkte.

Alles in allem erhält die Website von Annalena Baerbock 45 von 100 möglichen Vertrauenspunkten. Da ist nicht nur Luft nach oben (wie bei Armin Laschet), sondern dringender Handlungsbedarf geboten. Wer Kanzlerin von Deutschland werden möchte, muss sich online anders präsentieren. Auch eine gute Social Media Strategie wäre hier angerbracht. Die Seite ist thematisch zu eng, zu wenig konkret und zu abgehoben. Sie braucht dringend einen inhaltlichen Rundum-Refresh, damit Annalena Baerbock das potenzielle Vertrauen ihrer Wähler gewinnen kann.

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Armin Laschet – verdient er unser Vertrauen? https://coco-consulting.de/armin-laschet-verdient-er-unser-vertrauen/ Sat, 15 May 2021 12:12:55 +0000 https://www.martingbauer.com/?p=6382 Nachdem ich im letzten Beitrag den politischen Vertrauensbaukasten als Methode zur Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit von Politikern anhand ihrer Website vorgestellt habe, zeige ich heute, wie dies am Beispiel des Content Marketing auf der Website von Armin Laschet aussieht. Insgesamt sind maximal 100 Vertrauenspunkte zu erreichen. Ich starte mit der Wählerorientierung. Viele Unternehmen machen den Fehler […]

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Nachdem ich im letzten Beitrag den politischen Vertrauensbaukasten als Methode zur Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit von Politikern anhand ihrer Website vorgestellt habe, zeige ich heute, wie dies am Beispiel des Content Marketing auf der Website von Armin Laschet aussieht. Insgesamt sind maximal 100 Vertrauenspunkte zu erreichen.

Ich starte mit der Wählerorientierung. Viele Unternehmen machen den Fehler ihre Inhalte aus der Ich-Perspektive festzulegen. Wir haben die tollsten Produkte und besten Dienstleistungen …. Viel wichtiger, um das Vertrauen der Kunden zu erhalten, ist aber, was kann der Kunde damit umsetzen und welche Bedeutung hat es für ihn. Kann er Geld sparen, mehr Zeit für die Familie bekommen, gesünder leben …. Dies lässt sich 1:1 auf Politiker-Websites übertragen.

Dann schauen wir mal, welche Inhalte sich auf der Website von Armin Laschet zu den wichtigsten Themen, die die Bürger beschäftigen, finden lassen. Direkt auf der Startseite findet sich ein Block „Mein Deutschland – Mein Europa“ mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten:

Die wichtigsten fünf Punkte laut Forschungsgruppe Wahlen sind alle beinhaltet. Zudem taucht das mit Abstand wichtigste Thema „Corona-Management“ auch in einer eigenen Seite zur Impfstrategie sowie in der Bildergalerie mit auf. Es werden jeweils kurz und prägnant drei Unterpunkte mit jeweils einem Satz gezeigt. Das ist optimal. Daher vergebe ich für diesen Bereich die mögliche Höchstzahl von 20 Vertrauenspunkten.

Der zweite wichtige Bereich ist die Aura. Wie wirkt die Website und damit auch die dahinter stehende Person, in diesem Fall Armin Laschet, insgesamt? Für diesen Bereich gibt es ebenfalls 20 Vertrauenspunkte. Da wir hier 5 Unterpunkte haben, gibt es für jeden davon maximal 4 Vertrauenspunkte zu vergeben.

Das Design der Website insgesamt ist okay, aber doch etwas bieder und langweilig. Auf jeden Fall nicht am Puls der Zeit. Die Marke Armin Laschet bekommt hier zu wenig Ausdruckskraft. Was ihn ausmacht, ist sicherlich das Zuhören und Zusammenhalt stiften. Das wird mit einem eigenen Bereich „Gemeinsam an der Zukunft arbeiten“ auf der Homepage unterstrichen, was inhaltlich gut dorthin passt. Insgesamt 2 von 4 Punkten.

Bei der Klarheit punktet die Seite. Es gibt kaum Unterseiten, keine Navigation. Braucht es auch nicht, da alle wesentlichen Inhalte auf diesem One-Pager aufgeführt sind. Ich denke auch nicht, dass die User hier wesentlich mehr lesen möchten. 4 Punkte.

Zur Entschiedenheit. Wir wissen alle, dass Armin Laschet sich mühsam gegen Markus Söder durchgesetzt hat. Dies soll hier aber keine Rolle spielen. Ich beurteile ausschließlich das, was auf der Website an Inhalten zu finden ist. Das „Handeln“ kommt als Schlagwort direkt im Header. Kurz darauf lese ich „Mut zur Entscheidung und Entschlossenheit in der Umsetzung“. Auch das Video „Regieren heißt: Entscheiden und Entscheidungen erklären“ unterstreicht das. Daher wieder 4 Punkte.

Gerade bei der CDU, die schon so lange an der Regierung ist, spielt die Innovationskraft eine wichtige Rolle. Traue ich anhand der Website Armin Laschet zu, neue Dinge anzustoßen? Ich lese da von innovativer Automobilwirtschaft und einem echten Digitalministerium. Auch das Thema Europa wird mit neuen Themen besetzt. Nicht schlecht, aber da hätte ich noch mehr Denkanstöße erwartet. Daher 2 von 4 Punkten.

Bei der Beständigkeit punktet die Website wieder. Da ist kein „Mal so, mal so“ zu sehen. Daher 4 Punkte.

Der dritte Bereich mit maximal 20 möglichen Vertrauenspunkten ist die Kompetenz mit den beiden Hauptpunkten Erfahrung und Leidenschaft. Die Erfahrung ist auf der Website zum Beispiel im Umgang von Armin Laschet mit anderen Politikern, insbesondere aus der EU, zu sehen. Die ganz schweren Brocken (Trump, Putin, Xi Jinping, Erdogan, …) habe ich nicht gesehen. Auch die Leidenschaft kommt mir zu kurz. Wo hat Herr Laschet sich denn mal eine Nacht um die Ohren gehauen, um etwas durchzusetzen, was ihm wichtig ist? Bei welchen Themen geht er bis ins letzte Detail? Da ist noch viel Luft nach oben. Daher hier nur 10 von 20 möglichen Vertrauenspunkten.

Damit geht es direkt weiter zu den sichtbaren Ergebnissen, die in so vielen Branchen der wichtigste Vertrauensbaustein sind. Als aktiver Ministerpräsident würde ich hier konkrete Dinge erfahren wollen, was unter seiner Führung erreicht wurde. Stattdessen nur „Überall sind wir große Schritte vorangekommen“. Das ist viel zu wenig. Es gibt zwar noch einen Link auf einen Arbeitsbericht. Der ist aber so kleinteilig, dass ihn in der verlinkten Form sicherlich kaum jemand genauer durchliest. Ergebnis: 2 von 10 möglichen Vertrauenspunkten.

Bei der Persönlichkeit ist zu untersuchen, inwieweit die Person dem Ideal aus einer Mischung von 2/3 Autorität und 1/3 Innovator nahe kommt. Armin Laschet wirkt auf der Website sympathisch, menschennah, offen. Aber hat er die Autorität, große Entscheidungen auf Bundesebene gegen alle Widerstände durchzusetzen? Fraglich. Und kann er neue Entwicklungen aufnehmen und tatkräftig anschieben? Unsicher. Daher bekommt er hier nur 5 von 15 möglichen Punkten.

Last but not least, die Integrität – auch ein wesentlicher Punkt zur Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit von Politikern. Voraussetzung, um das Handeln mit den inneren Werten abzugleichen, ist die Kenntnis dieser Werte. Hierzu lese ich von Offenheit, Mut, Entschlossenheit und immer wieder das Verbindende. Menschen und unterschiedliche Interessen zusammen zu bringen, ist ein klar erkennbares Leitmotiv von Armin Laschet. Dies wird ergänzt mit einer großen Liebe zu Europa. Diese Hauptwerte sind auf der Website auch im Handeln gut nachvollziehbar, sei es auf zahlreichen Fotos oder in Video-Statements – wenn auch sehr langweilig präsentiert. Aus Sicht einer SEO Agentur, ist hier definitiv noch Luft nach oben. Für die Kommunikation der Integrität gibt es daher 13 von 15 möglichen Punkten.

Summa summarum erhält die Website von Armin Laschet 66 von 100 möglichen Vertrauenspunkten. Nicht schlecht, aber auch noch viel Luft nach oben.

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Vertrauen in Politiker*innen? Analyse der Inhalte von Politiker-Websites https://coco-consulting.de/vertrauen-in-politiker-analyse-der-inhalte-von-politiker-websites/ Thu, 13 May 2021 09:12:35 +0000 https://www.martingbauer.com/?p=6327 Ich möchte den Versuch starten, Politiker wie Selbständige oder Unternehmen zu beurteilen und ihre Vertrauenswürdigkeit anhand ihrer persönlichen Websites zu beurteilen. Geht das überhaupt? Gelten die gleichen Kriterien für Vertrauenswürdigkeit? Was ist in der Politik besonders wichtig? Und funktioniert das anhand der persönlichen Websites? Die Wirkung von Politikerinnen und Politikern findet primär medial statt, sei […]

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Ich möchte den Versuch starten, Politiker wie Selbständige oder Unternehmen zu beurteilen und ihre Vertrauenswürdigkeit anhand ihrer persönlichen Websites zu beurteilen. Geht das überhaupt? Gelten die gleichen Kriterien für Vertrauenswürdigkeit? Was ist in der Politik besonders wichtig? Und funktioniert das anhand der persönlichen Websites?

Die Wirkung von Politikerinnen und Politikern findet primär medial statt, sei es in Talkshows, Presseberichten oder Social Media. Dazu kommen die Auftritte vor Ort, die bei Lokalpolitikerinnen eine wesentliche Rolle spielen. Kaum jemand schaut sich die Websites der wichtigsten zur Wahl stehenden Personen an. Oder? Es liest ja auch kaum jemand die Parteiprogramme wirklich durch. Wenn man aber davon ausgeht, dass die Inszenierung der Politiker auf ihren persönlichen Websites von Online Marketing Agenturen sorgfältig überlegt ist und die Statements in Talkshows, im Straßenwahlkampf, etc. aus der gleichen Feder stammen, ist es stimmig, die Vertrauenswürdigkeit anhand der Inhalte und der Content Marketing Strategie der Websites zu beurteilen.

Es geht hier auch nicht um die Parteien, sondern völlig losgelöst um die Wirkung der Personen. Es ist wie in einer Umfrage, in der die Frage gestellt wird: „Für wie vertrauenswürdig halten Sie die Person …?“. Die gleiche Frage stellt sich für jede Politikerin und jeden Politiker, der sich in seinem Wahlkreis zur Abstimmung stellt. Gelegentlich gelingt es ja einzelnen Persönlichkeiten bei der Erststimme im Wahlkreis deutlich besser abzuschneiden als die Partei. Da ich davon ausgehe, dass nicht jede Wählerin oder jeder Wähler im persönlichen Kontakt überzeugt wurde, muss die Kommunikation über Website etc. ihre Wirkung entfaltet haben.

In meiner Methode VERTRAUENSBAUSTEINE habe ich sechs Hauptpunkte identifiziert, die für die Ausstrahlung von Vertrauen wichtig sind: Kundenorientierung, Kompetenz, Integrität, Resultate, Aura und Persönlichkeit. Diese lassen sich mit 18 Unterpunkten detaillierter beurteilen. In jeder Branche haben die einzelnen Punkte eine andere Gewichtung. Für Rechtsanwälte ist Entschiedenheit besonders wichtig, für Handwerker Resultate und Verantwortung, für Ärzte Kompetenz und Klarheit usw.

Funktioniert das auch für Politiker? Natürlich. Denn es geht immer um Vertrauen. Vertrauen zu einem Arzt, Vertrauen zu einem Handwerker, Vertrauen zu einem Politiker – es gelten die gleichen Bedingungen, um dieses Gefühl zu erzeugen. Lediglich die einzelnen Bausteine sind unterschiedlich zu bewerten.

In der Beurteilung von politischen Personen ist der folgende politische Vertrauensbaukasten relevant:

Warum sind diese Punkte und nicht die anderen hier berücksichtigt worden?

Die Persönlichkeit des Politikers spielt eine große Rolle. Die Frage ist hier, welcher Typ am vertrauenswürdigsten ist. Aus meiner Perspektive wäre der Idealtyp eine Mischung aus 2/3 Autorität und 1/3 Eroberer, eher Barack Obama als Elon Musk. Der Mensch auf Augenhöhe ist für politische Entscheidungsträger keine relevante Rolle.

Für die Beurteilung der Kompetenz sind die Faktoren Fachwissen, Prozesswissen, Erfahrung, Leidenschaft und Kapazität von Bedeutung. Da bei allen politischen Personen zumindest auf Bundesebene davon auszugehen ist, dass sie für den Job 100% ihrer persönlichen Kapazität einsetzen würden, spielt dieser Wert hier keine Rolle. Lediglich bei Lokalpolitikern sollte es eine Erwähnung wert sein, dass sie mit vollem Einsatz zur Verfügung stehen. Interessanterweise und immer wieder diskutiert ist auch das Fachwissen nachranging. Kaum ein Minister hat das Fach, dem er vorsteht, gelernt. Die Kenntnis der politischen Prozesse ist schon wichtig, wird jedoch im Zweifel auch vorausgesetzt. Für die Beurteilung der Kompetenz sind daher die Faktoren Erfahrung und Leidenschaft wichtiger.

Aus der Kundenorientierung wird im Falle des Politikers die Wählerorientierung. Hier müssen wir uns fragen, welche Themen für die potenziellen Wähler gerade am bedeutendsten für ihre Wahlentscheidung sind. Auf Bundesebene sind dies laut Forschungsgruppe Wahlen: Politbarometer jetzt im Mai 2021:

  1. Coronavirus 76%
  2. Umwelt/Klima/Energiewende 26%
  3. Bildung 6% | Ausländer, Integration, Flüchtlinge 6% | Soziales Gefälle 6%

Je nach Umfrageinstitut haben auch noch andere Werte eine große Bedeutung, wie beispielsweise Digitalisierung. Auffallend ist aber durchweg, dass die typischen Themen für Rechtsaußen-Wähler, wie Migration und innere Sicherheit, aktuell nicht im Fokus stehen. Um zu überprüfen, wie vertrauenswürdig die Inhalte einer Website den dahinter stehenden Politiker wirken lassen, ist immer wieder neu zu checken, welche Themen für die potenziellen Wähler, sei es in einer Stadt, einem Bundesland oder auf Bundesebene, gerade relevant sind.

Um die Wählerorientierung eines Politikers zu beurteilen, schaue ich mir also an, inwieweit sie oder er auf die zuvor genannten fünf wichtigsten Themen eingeht. Jeder Politiker sollte sich zu den Themen, die die potenziellen Wähler beschäftigen, eine Meinung bilden und diese kommunizieren. Damit zeigt er, dass er sich für die Themen der Menschen interessiert und Lösungen anbietet.

Für die Aura des Politikers sind eine Reihe an Unterfaktoren von Bedeutung. Nicht berücksichtigt habe ich die Nähe. Je näher uns jemand ist, umso vertrauenswürdiger ist er. Im Falle von Bundespolitikern spielt es aber kaum eine Rolle, ob sie oder er aus Lübeck, Erlangen oder Aachen kommt. Und im Falle von Lokalpolitikern kommen die meisten ohnehin aus der Region. Auch das Kollektiv (in diesem Fall die Partei) hat zwar eine große Bedeutung, ist aber nicht ohne weiteres veränderbar. Für viele Menschen sind Politiker aus einer bestimmten Partei pauschal nicht vertrauenswürdig. Das gleiche gilt anders herum, sodass Politikern aus einer bestimmten Partei pauschal mehr Vertrauen entgegen gebracht wird. Die wenigen prominenten Parteiwechsel (wie beispielsweise Otto Schily) lasse ich hier außen vor. Zukunftserwartung ist höchstens bei älteren Politikern, wie aktuell Winfried Kretschmann, ein Faktor, dem ich hier aber auch niedrige Bedeutung beimessen würde. Und zuletzt die Transparenz ist zwar auch wichtig (Thema Spendengelder), jedoch nachrangig für die Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit.

Die wichtigen Faktoren für die Aura des Politikers sind:

Die Marke. Dies beinhaltet für mich den kompletten Bereich des Designs. Ist die Website zeitgemäß gestaltet? Wie sind die Fotos aufgenommen? Welche Schriftarten werden verwendet? Welche Farben? Entspricht die visuelle Darstellung den inneren Werten des Politikers?

Die Klarheit. Sind die Inhalte für jeden klar und einfach verständlich? Haben die Texte kurze und prägnante Sätze? Verstehe ich schnell, welche Schwerpunkte gesetzt werden?

Die Entschiedenheit. Weiß der Politiker, was er will? Vermittelt er mir, dass er seine Ziele mit aller Entschiedenheit durchsetzen will? Traue ich es ihr oder ihm zu, dass auch durchzusetzen?

Die Innovationskraft. Es ist keine neue Erkenntnis, dass politische Wahlen mit Lösungen für die Zukunft entschieden werden. Hat der Politiker innovative Ideen für Stadt, Land oder den Bund in den kommenden Jahren? Oder sind es immer nur die gleichen Lösungen, die vorgestellt werden? Um jemandem zu vertrauen, braucht es schon das Gefühl, dass sie oder er auch in Zukunft neues Wissen und neue Technologien im Interesse der Wähler aktiv einsetzen wird.

Die Beständigkeit. Gleichzeitig mit der Innovationskraft ist aber auch die Beständigkeit ein wichtiger Faktor für die Beurteilung von Vertrauenswürdigkeit. Jemand, der jedem schnellen Trend hinterher läuft, ist nicht vertrauenswürdig. Klare Werte, an denen man sich orientiert, helfen dabei, die langen Linien beständig zu verfolgen.

Ergebnisse sind in vielen Branchen der wichtigste Faktor für die Beurteilung von Vertrauenswürdigkeit. Auch bei Politikern würde es diesen Punkt nicht außen vor lassen. Als Frau Merkel sich nach 8 Jahren zum dritten Mal zur Wahl stellte, musste sie nur auf ihre Resultate als Kanzlerin verweisen. Das spricht für sich und ist überzeugend (natürlich nur, wenn die Ergebnisse stimmen). Generell hilft es jedem Politiker, wenn er hier zeigen kann, was er in seiner politischen Karriere bereits angestoßen und umgesetzt hat.

Die Integrität ist einer der wichtigsten Faktoren, um Politiker zu beurteilen. Wer integer ist, handelt im Einklang mit seinen Werten und seinem übergeordneten Ziel. Um das beurteilen zu können, ist es also zunächst mal wichtig, ob ich beim Anschauen der Website verstehe, welches übergeordnete Ziel und welche Werte der Politiker hat. Im zweiten Schritt kann ich mir anschauen, wie die bisherigen Reden, Anträge, Statements etc. dazu passen oder auch nicht. Um beim Beispiel Angela Merkel zu bleiben. Für viele CDU-Wähler war es nicht integer, der Atomkraft abzuschwören und die Wehrpflicht abzuschaffen. Da bedarf es schon einer ziemlichen Überzeugungsarbeit um darzulegen, warum und wie sich die eigenen Werte und inneren Überzeugungen geändert haben. Wenn das nicht gelingt, wird es schwer vertrauenswürdig zu bleiben.

Wenn es also nun um die Analyse von Politiker-Websites geht, müssen aus unserer Content Marketing Agentur-Perspektive diese Faktoren berücksichtigt werden. Welcher dieser Faktoren hat wie viel Gewicht? Da es leichte Überschneidungen zwischen Erfahrung und Ergebnissen gibt, bewerte ich die Ergebnisse nur mit 10 maximal erreichbaren Punkten. Die wichtigsten Faktoren sind aus meiner Perspektive die Wählerorientierung und die Aura. Diese beiden Bereiche erhalten jeweils 20 maximal mögliche Punkte. Die Kompetenz bewerte ich ebenfalls mit maximal 20 Punkten. Da die Persönlichkeit auch Schnittmengen mit der Aura hat, gibt es für sie ebenso wie für die Integrität nochmal jeweils maximal 15 Punkte. Somit stehen für die Einschätzung von Politiker-Websites insgesamt höchstens 100 Vertrauenspunkte zur Verfügung.

Diese Analyse werde ich in den kommenden Wochen bei der ein oder anderen Politiker-Website anwenden und bin schon sehr gespannt, was dabei heraus kommt.

In einer früheren Version dieses Blogposts war die Aufteilung der Faktoren etwas anders. Das habe ich angepasst.

Beispiele für die Beurteilung von Websites: Armin Laschet | Annalena Baerbock | Olaf Scholz

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